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letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
11.12.2018 9.00 27.11.18
Sachlage - Historie:
Bei mir wurde bereits 1968 im Rahmen einer Routineuntersuchung eine gutartig vergrößerte Prostata festgestellt, wobei der Doc prognostizierte, dass ich damit noch mal "viel Spass haben werde", und zwar wegen häufiger chronischer Erkrankungen/Entzündungen derselbigen - Recht hat er behalten, weil kalte Füsse, etc. sofort zu Problemen führten (Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen, etc.)
Damit bin ich also aufgewachsen und war deshalb auch nicht verwundert, als, neben der bekannten BPH (in den letzten ca. 10 Jahren konstant auf ca. 40-45mg vergrößert), auch erstmalig am 06.02.2003, ein PSA-Wert von 4,72 festgestellt wurde. Mittlerweile erhöhte er sich wellenförmig im Laufe der bisher vergangenen Jahre, auf aktuell 9,00 (27.11.2018), wobei das bisherige Hoch am 10.08.2018 bei 10,9 lag.
Bereits zum damaligen Zeitpunkt (2003) wurde der Verdacht geäußert, dass sich in meiner Prostata ein Tumorherd befinden könnte, weshalb "vorsichtshalber" eine radikale Prostatektomie durchgeführt werden solle, die ich jedoch ablehnte.

       
12.12.2018 9.00 27.11.18
Aktuelle Sachlage:
Aufgrund der seit 15 Jahren stetig erhöhten PSA-Werte unterzog ich mich bei einem PSA-Wert von 10,1, am 13.09.2016, erstmalig am 27.09.2016, einer Prostata-MRT-Untersuchung, deren Ergebnis ergab PIRADS 4, Veränderung apikoventral links, als Hauptbefund.
Der PSA-Wert war mittlerweile wieder auf Werte um die 7 gesunken und aufgrund einer erneuten Erhöhung auf 10,12, Mitte diesen Jahres, unterzog ich mich einer weiteren Prostata-MRT-Untersuchung am 29.08.2018, deren Einstufung nunmehr auf PIRADS 5 lautete.
Die danach erfolgte MRT-Prostata-Biopsie in der ALTA-Klinik Bielefeld (wg. der neuartigen und empfehlenwerten, MRT-gestützten Technik durch den Gesäßbereich!) ergab diverse Zellveränderungen, die im Rahmen der pathologischen Untersuchung mit einem Gleason-Score von 6 (3+3), sowie 7a und 7b, bewertet wurden.
Da Knochen-Szinti und CT-K negativ, besteht ein lokal bregenztes, mittel-aggressives PCA.





       
13.12.2018 9.00 27.11.18
Zur Therapieentscheidung:
Nachdem man mir bereits schon 2003, aus "reiner Vorsicht", die Prostata herausschneiden wollte und der damals behandelnde Prof. Dr. Dr. xy auf meine konsequente Ablehnung dieses "einmaligen Angebotes" außerst verärgert reagierte ("ich bin der Fachmann und Sie sind eine Laie..."), beschloss ich,die Sache zu beobachten.
(Dies ist aber nicht für jeden etwas, denn man muss mit dem PCA-Verdacht auch psychisch umgehen können, zumal meine Familie bis vor wenigen Wochen absolut keinerlei Informationen darüber hatte!)
Als nunmehr MRT und PSA-Werte die Alarmstufe "Orange" vermeldeten, und die Biopsie den PCA-Verdacht bestätigten, kam die Frage des weiteren Vorgehens auf, wobei dabei dann meine Familie zum ersten Mal darüber informiert wurde.
Neben der Option, weiterhin zu beobachten, erfolgten diverse Vorschlägen der beteiligten Urologen und Radiologen, wie z. B. manuelle oder robotergesteuert radikale Prostatektomie mit DaVinci, oder der tradionellen Betrahlungen gem. der S3-Studien). Da dies mich wg. der zu erwartenden Nebenwirkungen alles nicht "beglückte", zog ich auch alternative fokale Therapien in Betracht, wie z. B. Hifu, Tulsa-Pro, IRE, etc. in Betracht.
Neben der auch hier ggf. zu erwartenden Nebenwirkungen, sowie auch teilweise erhebllicher Vorbeitungen (z. B. Abhobeln der Prostata vor der eigentlichen Hifu-Behandlung), stellte sich natürlich auch das Problem der Kostenübernahme. da auch bei mir, als Privatpatient, von der Kasse nicht unbedingt alles übernommen wird, wenn denn überhaupt.
Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschied ich mich dann für die Strahlenbehandlung mit dem Cyber-Knife, die in nur in wenigen Kliniken in der BRD (bei PCA) durchgeführt wird und IMO das momentan modernste Verfahren ist, mit den geringsten Nebenwirkung, bei gleichzeitig nahezu 98%-iger Erfolgs-/Überlebensquote (In den USA bereits seit Jahren Standard und weltweit bereits über 200.000 Behandlungen - näheres bei WIKIPEDIA)
       
13.12.2018 9.00 27.11.18
Zum Therapieverlauf:
Nach der Entscheidung für Cyber-Knife, dessen Behandlung meine PKV übernimmt, konnte ich den letzten Platz in der Hypostat-Studie, betreut vom UKSH, erhalten, da ich sämtliche Kriterien erfülle und in der Studie die nächsten zwei Jahre laufend kontrolliert und betreut werde.
Ich entschied mich als Behandlungsort für die Saphir-Radiochirurgie in FFM, auch wenn ich 500km pro einfache Strecke fahren muss (wohne an der westlichen Nordseeküste und hatte nicht viel Auswahl...)
Die Beschäftigten dort sind wirklich freundlich, hilfbereit und gehen auch auf Terminwünsche ein.

Vor wenigen Tagen wurden mir vier "Goldmarker" in die Prostata eingesetzt (ähnlich wie eine "normale" Biopsie und war bei mir sehr, sehr schmerzhaft, trotz 5-facher Dosis von Lidocain!), anhand derer der computergesteuerte Roboter exakt seine mm-genaue Position bezieht.
Eine Woche später wurden MRT und CT für die Planung gemacht, damit der Roboter (Cyberknife) entsprechend programmiert werden kann und so nur die PCA-betroffenen Dtellen bestrahlt.

Insgesamt finden nur fünf Bestrahlungen zu je 7gry statt, wobei jede Sitzung -nicht die reine Bestrahlungszeit, die dauert nur wenige Sekunden) ca. 60 Minuten dauert und gestern fand die erste statt. Diese verlief für mich ohne Probleme, ohne irgendwelche Nebenwirkungen und die Zeit ging auch -gefühlt- schnell rum, da es für mich interessant war, dem Roboterarm bei der Arbeit zuzusehen und auch etwas zu schlafen.

Habe morgen die nächste Bestrahlung und dann die letzten drei in der nächsten Woche - werde weiter berichten.
       
20.12.2018 9.00 27.11.18
Habe nun vier Bestrahlungen (Fraktionen) hinter mir. Diese liefen ohne Probleme und dauerten jeweils ca. 60 Minuten, da ich ruhig liegen bleiben konnte und auch keineSitzung unterbrechen mußte, wg. Harndrang o. ä.

Zu den bisherigen Nebenwirkungen:
KEINE Übelkeit, Müdigkeit o. ä., ABER:
Beginnend nach der zweiten Fraktion und zunehmend stärker:
1.
Brennen in der Harnröhre (vor allem bei konzentriertem Urin, weil: wenig getrunken, so speziell auch nachts oder am frühen Morgen)
2.
Zunehmend Verkrampfung/Stechen/Brennen der "beleidigten" Prostata, bzw. Nerven-Irritation im Prostatabereich, wodurch auch beim Wasserlassen, ein starker Stuhldrang entsteht und so zusätzlich die Hämorrhoiden reizt, selbst wenn "das Rohr ist".
Diese Nebenwirkungen sind/waren bei mir extrem stark, ABER: der Tipp, des Tages, der bei mir wirkte:
Buscopan Plus (mit Paracetamol), eine Tbl. alle 6-8 Stunden halfen mir bis jetzt, die Krämpfe praktisch zu vermeiden und Anti-Durchfall-Tabletten (z. B. Immodium) verhindern, dass man wegen "Kleinigkeiten" oder auch absolut Nichts, den Afterbereich unnötig reizt.
(Mal sehen, ob ich damit auch über die letzte Fraktion und die nächsten Wochen komme.)

Morgen noch die letzte Fraktion und dann habe ich die PCA-Behandlung, mit den bei mir erforderliche 35 Gray (Gy) Gesamt-Bestrahlungsstärke, hoffentlich komplett hinter mir...

       
07.01.2019 9.00 27.11.18
Nach der letzten Bestrahlung weiter zunehmende Beschwerden/Schmerzen im Bereich der "beleidigten" Blase, Prostata und Harnröhre, mit Krämpfen beim Wasserlassen (ca. 20-30 Mal pro Tag!!!). Dank Buscopan-Plus, ca. alle 6 Std., hält sich die Sache in Grenzen (hätte vorher Aktien des Herstellers kaufen sollen...).
Höhepunkt war nach ca. 10 Tagen und seit einigen Tagen nur noch alle 24 Std. eine Buscopan-Plus, da die Schmerzen weniger werden.
Beschwerden sollten in den nächsten Tagen komplett verschwinden - mal sehen...
       
01.02.2019 5.49 01.02.19
Der erste Nachsorgetermin im Rahmen der "Hypostat"-Studie ergab, dass der PSA-Wert erwartungsgemäß gesunken ist, und zwar auf GPSA 5,49, FPSA 0,6 und Quotient FPSA/GPSA 0,11.
Die Nebenwirkungen sind praktisch verschwunden und ich befinde mich jetzt nahezu auf dem identischen körperlichen Stand, wie vor der Diagnose, Mitte letzten Jahres, zumal ich ja ohnehin beschwerdefrei war, was PCA betrifft!
In sechs Wochen steht der nächste Nachsorgetermin an.