Guten Tag, Leidesgefährten…
Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung 2018 wurde ein überhöhter PSA festgestellt. Ich wurde biopsiert und ein Gleasson 3+3 gefunden. Das Übliche an Kopfkino und Diskussionen mit Familie und Ärzten begann…
Ich wurde insgesamt in den letzten Jahren aufgrund von Harnverhalten 2x mit Katheter versorgt und da die Prostata stark vergrößert war auch 2 x operiert. Darüberhinaus 3 x re-biopsiert.
Bei keiner der Re-Biopsien wurde irgendetwas bösartiges gefunden. Mein erster operativer Eingriff war eine Aquablation in Bonn bei der, wie ich jetzt weiß, viel zu wenig Gewebe entfernt wurde. Meine Beschwerden, wie wieder zunehmender Harndrang bis hin zu meinem zweiten Harnverhalt wurden innerhalb dreier Jahre nach der OP wieder schwieriger.
Nachdem keine meiner Re-Biopsien einen bösartigen Befund hervorbrachten, aber dennoch Schmerzen und Entleerungsstörungen mehr wurden, entschied ich mich zu einer klassischen T-urp, durchgeführt im Januar 2024.
Langer Rede, kurzer Sinn: Nachdem ich mich, über Jahre mit dem Thema Prostata beschäftigt habe, bin ich für mich zur Überzeugung gekommen, zusätzlich an einer PPTS („chronische Prostataentzündung“) zu
leiden.Schmerzsymptomatik und nach wie vor überhöhter PSA sprechen dafür - Beides tritt im Zusammenhang mit dieser Erkrankung auf.
Meine Operationen waren definitiv notwendig, weil mein Organ einfach viel zu groß war. Die T-urp, bei der im Prinzip das gesamte Innenleben der Prostata entfernt wurde, hat histologisch keinerlei Hinweise auf etwas bösartiges hervorgebracht.
Nachdem meine letzte OP nun über ein Jahr zurückliegt, möchte ich einfach mal sagen, das Betroffene ein Augenmerk auf die PPTS legen sollten. Nicht jeder erhöhte PSA Wert ist gleich ein verlässlicher Anhalt für etwas Bösartiges. Eine ausgeprägte PPTS bringt ähnliche Werte hervor.
Nach Studien in den letzten Jahren ist es eine vielfach vorkommende Erkrankung die selten diagnostiziert wird und deren Behandlungsoptionen für eine deutliche Verbesserung aller Symptome sorgen kann, ohne das gleich klassisch operiert wird.
Ich selbst brauchte meine OP, da das Organ einfach vergrößert war. Im Nachgang habe ich gezielte Physiotherapie betrieben (was nur mässig bei mir half). Ein absoluter Durchbruch für mich war allerdings eine privat bezahlte EMTS (Hochfokussierte Stoßwellenbehandlung) die das erste Mal nach 6 Jahren ein echter Fortschritt und Gamechanger war.
In der Folge habe ich, bis heute, meinen Beckenboden mit Sitzungen auf einem Pelvic-Chair weiter „trainiert“. Mit deutluch herabgesetzter Schmerz- und Beschwerdesymptomatik. Tendenz weiter fallend…
Klopfe dreimal auf meinen (Holz-) Schädel, das es dabei bleibt…
Habt Mut ! Und diskutiert mit Euren Urologen, soweit keine eindeutigen Befunde vorliegen, entsprechend die Sachlage zum chronischen Entzündung Eurer Beckenbodenmuskulatur… es scheint absolut keine exotische Erkrankung zu sein, auch wenn die Krankenkassen immer noch nicht viel dafür tun und die klassischen Behandlungen dieser Erkrankung immer noch mit meist unsinnigen Antibiotika beschossen werden.
Es geht mir seit langer Zeit das erste Mal wirklich besser und ich wünsche Euch Allen ebensolches !
B.