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letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
28.08.2017 5.60 28.08.17
Bei der alle 2 Jahre durch meinen Hausarzt vorgenommenen Untersuchung wies dieser darauf hin, dass alle Untersuchungsergebnisse top sind - bis auf den PSA-Wert, der mit 5,6 (je nach Sichtweise leicht oder deutlich) zu hoch sei. Ich sollte diesen erhöhten Wert, der nach dem Labor auf einen möglichen Prostatakarzinom hinweisen könnte, abklären lassen.

In den Vorjahren hatte ich offensichtlich keinen PSA-Wert messen lassen - wie ich heute (Mai 2018) sagen muss, ein dicker Fehler!

Mit 1,2 liegt nur ein Wert von Februar 2013 vor.

Ich bin übrigens gesetzlich krankenversichert.

Ich war zwischenzeitlich der Meinung, privat versichert wäre ich besser dran gewesen. Bisher sind aber alle Untersuchungen und ist auch die MRT-Biopsie an der Urologischen Universitätsklinik in Heidelberg von der Krankenkasse bezahlt worden. Und auch die geplante HIFU in Nürnberg wird von der gesetzlichen Krankenversicherung voll übernommen.
Auch die IRE in Göttingen wäre bezahlt worden (Studie!) und auch die, von mir abgesagte, IRE-Behandlung in Regensburg.

Einzig lästig ist, dass man am langen Arm der Fachärzte hängt. Wollen die nicht und stellen keine Überweisung/Einweisung aus (weil sie sich mit der Therapie nicht befassen (wollen)), bezahlt auch die Krankenkasse nicht.
       
29.11.2017 6.50 29.11.17
Endlich beim Urologen! Erst hatte ich gewartet (auf was, eigentlich?), dann war Ferienzeit, dann war die Praxis unmöglich schwer telefonisch zu erreichen (schon da hätte ich einen anderen Urologen suchen sollen), dann habe ich einen Termin für Ende November erhalten, 3 Monate nach Feststellung des erhöhten PSA-Wertes!

Ich weiß noch, dass ich über die Nachricht, dass der Urologe Urlaub hat, eher erleichtert war. Damit war ich ja dann nicht der Grund für die Verzögerung!

Im Nachhinein kann ich nur über mich den Kopf schütteln!

       
15.01.2018 6.90 15.01.18
Zweite Untersuchung bei meinem Urologen.
       
28.02.2018 7.00 23.02.18
Dritte Untersuchung bei meinem Urologen. "Da müssen wir was machen". Er vereinbarte mit mir einen Biopsietermin für 12. März.

Jetzt erstmals beschäftigte ich mich ernsthaft mit den bei mir steigenden PSA-Werten.

Nach kurzer Zeit stand für mich fest: Die Biopsie bei meinem Urologen wollte ich nicht! Eine eher zufallsgeführte Biopsie durch den Darm mit dem möglichen Ergebnis, bei Vorliegen von Krebs die böse Prostata entfernt zu bekommen - nein, danke!

Lieber wollte ich nach Internet-Recherche zur Urologie nach Heidelberg gehen (an der Uni Göttingen hätte ich die Untersuchung wahrscheinlich mindestens genau so gut erhalten). Die untersuchen dort die Prostata MRT-geführt durch den Damm (das ist der Bereich zwischen After und Hodensack), der sich sterilisieren lässt. Außerdem wurde bei mir mit 30 Stanzen untersucht (Genauigkeit der Untersuchung ca. 80 %, beim Urologen nur ca. 30%).
Was ich nicht wusste: Die Zuordnung der Probe zum Ort der Entnahme wird dem Patienten so ohne Weiteres nicht mitgeteilt. Man geht wohl, wie beim Urologen, davon aus: Wenn Krebs, dann raus das Ding!

Ich rief in der Praxis meines Urologen an und bat um eine Überweisung zur Uniklinik nach Heidelberg. Die Mitarbeiterin reagierte ziemlich unwirsch und teilte mir nach Rücksprache mit dem Urologen mit, dass mein Urologe von einer MRT-geführten Untersuchung "nichts hält".

Rauswurf!
       
02.03.2018 7.00 23.02.18
Darmspiegelung beim Internisten. Grund dafür (eigentlich wäre eine Darmspiegelung noch nicht "dran" gewesen) waren leichte Schmerzen. Alles ok! Also können die Schmerzen nur von der Prostata sein.
       
07.03.2018 7.00 23.02.18
Erste Sprechstunde bei meinem neuen Urologen.

Bei ihm war ich vor Jahren schon einmal ("waren wir ihnen nicht gut genug?"). Grund für den Wechsel war damals, dass ich mich da nicht wohl fühlte, weil Urologe und Mitarbeiterinnen im Gegensatz zu mir so sehr jung waren. Das hat sich gegeben!

Er untersuchte meine Prostata. Tastbefund ok. "Dass sie Krebs haben, glaube ich nicht".

Eine Überweisung zur Radiologie an der Universitätsklinik in Heidelberg wollte er mir nicht geben. "Dann muss ich das selber bezahlen, das ist bei Erstuntersuchungen keine Kassenleistung". Hat sie aber doch bezahlt, die gesetzliche Krankenkasse.

Da ich schon im Besitz einer Überweisung war, und zwar ausgestellt von einem Internisten, habe ich nicht weiter nachgefragt.

Die zweite erforderliche Überweisung, die zur Urologie, hatte mir mein Hausarzt ausgestellt.
       
20.03.2018 7.97 15.03.18
Heute Eingangsuntersuchung an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg, mittags dann MRT. Am Folgetag morgens Biopsie mit 30 Stanzen (30? Ich komme nur auf 29, ist aber auch egal).
       
03.04.2018 7.97 15.03.18
Heute wurde mir in Heidelberg der Befund, also das Ergebnis der Biopsie, mitgeteilt: 1 Karzinom in einem Stanzzylinder, max. 9 mm, 40 % des Stanzmaterials einnehmend, (Gleason 7=4 (80 %) + 3 (20 %)), 1 Karzinom in 3 Stanzzylindern, max. 6 mm durchmessend, ca. 15 % des Stanzmaterials einnehmend (Gleason 7= 4 (60 %) + 3 (40 %).

Das nennt man dann wohl 7b (mittleres Stadium der Aggressivität, lokal begrenzt).

Die Empfehlung der Urologischen Universitätsklinik in Heidelberg war: Entweder Prostata raus oder Bestrahlung in Kombination mit einer hormonablativen Therapie.

Ich habe dann (später) nachgerechnet: Von 30 Stanzen sind 4 karzinös, 1 davon zu 40 %, 3 zu 15 %. Das ergibt immerhin, dass die Prostata zu einem großen Teil, wahrscheinlich 90 % (ich muss noch einmal nachrechnen), gesund ist. Da soll ich 100 % Prostata wegen 10 % Krebstumoren herausreißen oder bestrahlen?

Ich muss sagen, dass mich die Heidelberg-Empfehlung enttäuscht hat. Sie ist nur zu verstehen, weil man mit einer solchen Therapie eher auf Nummer sicher geht, denn die 80 %ige Sicherheit bei der Biopsie stellt keine 100%ige Sicherheit dar. Es können also noch Tumoren vorhanden sein, die bei der Biopsie nicht entdeckt wurden und folglich bei fokalen Therapien nicht behandelt werden.

Trotzdem: In der Folgezeit habe ich mich intensiv mit den ja zur Verfügung stehenden fokalen Therapien (die ausschließlich auf die Beseitigung der Tumoren ausgerichtet sind) beschäftigt, insbesondere HIFU und IRE.

Vorteil dieser Therapien: Man verbaut sich nichts. Sie können (theoretisch - wie es in der Praxis aussieht, weiß ich noch nicht) wiederholt werden. Auch die Prostatektomie (Entfernung der Prostata) oder eine der verschiedenen Bestrahlungsmethoden sind weiter möglich.
       
05.04.2018 7.97 15.03.18
Ich habe in der Praxis meines Urologen um einen Termin gebeten: 2. 5.2018. 4 Wochen!

Vielleicht hätte ich sagen sollen, dass das doch für mich eine sehr wichtige Sache ist, dass in Heidelberg Krebs festgestellt wurde. Habe ich aber nicht. Ich erhielt auch in der Folgezeit keinen Anruf, denn der Befund aus Heidelberg war ja eingetroffen. Dieser wurde nach seinem Eintreffen in der Praxis offensichtlich nur abgeheftet, jedenfalls nicht gelesen!

Ich kümmerte mich folglich selbst um eine Therapie, denn das etwas getan werden musste, war mir klar.

Ich sah im Internet, dass an der Uni in Göttingen eine Studie zu IRE durchgeführt wird. Ein Anruf ergab:Termin für mich Ende Mai, also fast 2 Monate Wartezeit!

Ein Fax zur Uni Regensburg, die ebenfalls eine Behandlung mit IRE anbot, wurde damit beantwortet, dass der zuständige Oberarzt sich melden würde, wenn er am 7.5. wieder im Haus ist. Auch noch 1 Monat hin!

Schweißausbrüche rissen mich in der Nacht aus dem Bett. Ich schrieb über die Webseite der Urologie in Göttingen und bat um eine Zweitmeinung. Ich schrieb, dass ich (noch) nicht für Prostatektomie oder Bestrahlung bereit bin und lieber IRE oder HIFU oder Brachytherapie oder so etwas machen würde.

Am selben Tag (!) morgens, ich stand grad unter der Dusche, rief der Chef der Urologie, Prof. Trojahn, an und wollte mich sprechen. Einfach Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass ich bisher immer mit Zeiträumen von Wochen zu tun hatte! Er rief dann später ein zweites Mal an und sagte: "Wir machen auch IRE!" Ja, aber ich habe einen Termin für Ende Mai! "Ich setze mich für einen früheren Termin ein!"

Und in der Tat bekam ich einen Termin bei Dr. Popeneciu, der die Studie zu IRE an der Uni Göttingen leitet, am 24.4.2018. Nach dem Gespräch mit ihm hatte ich große Hoffnungen, dass die Krebstumoren in meiner Prostata in der Uni Klinik Göttingen mit IRE abgetötet werden könnten.

Dr. Popeneciu wies mich in dem Gespräch eindringlich darauf hin, dass die fokalen Therapien auch ihre Risiken haben.

Lange Rede kurzer Sinn: Seine Recherchen in Heidelberg betr. die Zuordnung Stanznummern zu Stanzorten ergaben, dass ich nicht einen, sondern tatsächlich 2 Tumore habe (ich glaube, jeweils einen links und rechts). Das war zunächst nicht so klar. Damit fiel ich nicht mehr unter die Bedingungen der Studie und Dr. Popeneciu musste mir am 5. Mai absagen. "Wenn Sie aber eine fokale Therapie machen wollen, machen Sie doch HIFU!", sagte er.

Die Folge dieses Gesprächs war, dass ich sofort ein Fax an die Urologie in Nürnberg aufsetzte und, Wahnsinn Nr. 2, sofort, ich glaube, noch am selben Tag, einen Rückruf von Prof. Pahernik, dem Chefarzt der Urologie am Klinikum Nürnberg Nord, erhielt. Durch die Bemühungen Dr. Popenecius hatte ich ja die Stanzorte, die mir die Klinik eigentlich ja auch gleich hätte geben können. Nach eingehendem Check dieser Unterlagen und der CD vom MRT schrieb Prof. Pahernik: "Können wir mit HIFU machen, technisch kein Problem - und auf die Risiken hat Sie Dr. Popeneciu ja hingewiesen".
       
02.05.2018 7.97 15.03.18
Ich erhielt ein Schreiben vom Institut für Röntgendiagnostik am Universitätsklinikum Regensburg, in dem mir mitgeteilt wurde, dass nach Durchsicht meiner Unterlagen eine Behandlung mittels IRE prinzipiell möglich ist.

Da hatte ich nun gar nicht mehr mit gerechnet!

Ich antwortete sofort mit einem Fax, in dem ich darauf hinwies, dass die Biopsie in Heidelberg 2 Tumoren erkannt hat (weil ich das auch in Regensburg für ein Ausschlusskriterium hielt). Ich erhielt dann einen Anruf, in dem ich aufgefordert wurde, weitere Unterlagen einzureichen.

In dem Anruf war davon die Rede, dass in Regensburg die IRE-Behandlung im Rahmen einer "wissenschaftlichen Erhebung" statt findet. 2 Tumoren waren wohl in Regensburg kein Problem!

Die Unterlagen habe ich sofort per Mail (wegen der vielen JPGs) auf den Weg geschickt. Auf Rückfrage wurde mir geschrieben, dass die zuständigen Ärzte sich auf einem Kongress in Leipzig befinden. Danach würde man sich mit mir in Verbindung setzen.
       
17.05.2018 7.97 15.03.18
Ich habe mich dazu entschlossen, nicht mehr auf IRE in Regensburg zu warten, sondern eine HIFU-Behandlung in Nürnberg durchführen zu lassen.

Der Grund für meine Entscheidung liegt in der Empfehlung von Dr. Popeneciu und in dem sehr positiven Eindruck, den ich von Prof. Pahernik und seinen Mitarbeitern erhalten hatte. Hinzu kommt, dass die Behandlung mit einem sehr modernden Gerät, dem Focal One, durchgeführt wird.

Ich habe auch gleich den Behandlungstermin erhalten: Aufnahme am 27. Juni 2018, Behandlung am Folgetag (das ist ein Donnerstag), wie lange ich bleiben muss, hängt von den Umständen ab.

Ich soll einen Einweisungsschein (vom Hausarzt reicht) mitbringen. Mal sehen, was mein Urologe sagt.

Natürlich denke ich jetzt, vielleicht wäre es ja in Regensburg noch etwas schneller gegangen. Andererseits kommt es auf 1 Woche nun auch nicht an.

Ich hoffe, dass am 28 Juni das Schlimmste überstanden ist - nach fast einem Jahr der Ungewissheit. Ich hoffe es - wissen werde ich es erst viel später...