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d pepe1961
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Mein Bericht

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letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
15.12.2012 5.26 15.12.12
Nachdem bei der jährlichen Laboruntersuchung ein erhöhter PSA von 1,29 gemessen wurde, legte mein Arzt großen Wert auf eine Beobachtung des PSA-Wertes. Im Dezember 2012 wurde dann ein PSA von 5,26 gemessen. Zu hoch für einen 51-jährigen Mann.
Dies war der Startpunkt für regelmäßige Untersuchungen bei einem Urologen. Dieser konnte per Tastuntersuchung und Ultraschall keine Unregelmäßigkeiten entdecken. Die Prostata sei dem Alter entsprechend groß und weich.
Er riet mir aber zu einer Biopsie.
       
13.05.2013 5.08 28.02.13
Nach Recherchen über Biopsievarianten der Prostata entschied ich mich für die multiparametrische MRT (3 Tesla) der Prostata in der Klinik für Urologie der Kliniken Essen-Mitte.
Das Prostatavolumen lag bei 40 ml. Es wurden 24 Stanzen durchgeführt. Ein Anhalt für Malignität gab es in keiner Stanze. Weitere PSA-Kontrollen sollten durchgeführt werden.
       
10.04.2015 7.45 04.02.15
Der PSA-Wert hatte sich seit 2013 weitererhöht und sich zwischen 7,5 und 8,0 eingependelt.
Mein Urologe empfahl eine 2. Biopsie durchführen zu lassen.
Wiederum gab ich mich in die Hände der Spezialisten der Urologischen Klinik in Essen.
Die Prostata hatte ein Volumen von 56 ml und der Tastbefund ergab einen einseitig verhärteten Bereich (cT2a-b).
Der MRT-Befund gab keinen Hinweis auf Malignität. Bei den 30 Stanzen wurde in einer Stanze ein HG PIN gefunden, der als Vorläuferläsion und als Indikatorläsion eine Karzinoms der peripheren Zone gilt.
Auf Grund der Diskrepanz zwischen dem radiologischen und stanzbiotischen Befund wurde empfohlen, eine erneute Biopsie auf Grundlage der bestehenden MRT-Untersuchung nach 3 Monaten durchzuführen.
Die 30 Stanzen hinterließen bei mir ca. 2 Wochen deutliche Spuren: der Penis war geschwollen, das Wasserlassen viel mir schwer. Ich konnte mir eine erneute Biopsie innerhalb eines Vierteljahres nicht vorstellen. Mein Urologe bestärkte mich darin, keine erneute Biopsie nach so kurzer Zeit durchzuführen. Er meinte, dies sei nur für wissenschaftliche Zwecke und man denke dabei nicht an Menschen, der mit den Nebenwirkungen klar kommen muss.
Wir entschieden uns, weiterhin den PSA-Wert zu beobachten.
       
11.08.2017 11.20 08.06.17
Der PSA-Wert wurde weiterhin beobachtet. Im Februar 2017 lag er bereits bei 10,1. Mein Urologe empfahl mir nochmals den PSA-Wert in ca. 3 Monaten zu prüfen und sollte dieser größer 9 sein, eine erneute Biopsie in der Urologischen Klinik in Essen durchführen zu lassen.
Am 11.08.2017 wurde ich dann die Biopsie durchgeführt. Der Tastbefund zeigte eine einseitig verhärtete Prostata (cT2a).
Das Volumen der Prostata lag bei 63 ml.
Auf meinen Wunsch wurden nur 20 Stanzen durchgeführt. Aber dieser reichten, um in zwei positive Stanzen zu finden:
Stanze 1: Flächenprozent: 40%; Gleason Score: 4+4=8
Stanze 2: Flächenprozent: 75%; Gleason Score: 4+4=8
Nun stellte man eine gute Übereinstimmung zwischen dem Befund der Kernspinuntersuchung und der Stanzhistologie fest. Man empfahl die Durchführung einer kurativen Therapie.
       
01.12.2017 9.24 22.11.17
Der Befund der Biopsie vom 11.08.2017 lag meinem Urologen Ende August 2017 vor. Da ich beruflich eingebunden war und bisher bei erhöhten PSA-Werten immer negative Befunde aus den zwei vorausgegangen Biopsien hatte, ging ich nicht sofort zum Urologen. Als ich dann im September/Oktober einen Termin vereinbaren wollte, wurde mir mitgeteilt, dass mein Urologe längere Zeit im Urlaub sein. Ich könnte erst Ende November einen Termin bekommen. Also vereinbarte ich Freitag, den 01.12.2018 als Untersuchungstermin und Befunddurchsprache.
An diesem besagten Freitag wurde mir die Krebsdiagnose überbracht. Gleichzeitig wurde ich von meinem Urologen gefragt, warum ich so spät komme ... Ich hätte bei dieser Diagnose einen Anruf der Praxis erwartet.
Die Befunde aller meiner Biopsien ließ ich mir zusenden. Bei genauem Lesen hätte ich mich wohl schon früher für die 3. Biopsie entschieden; vielleicht nicht 3 Monate nach der zweiten, aber eventuell ein halbes Jahr später ...
Fazit: ich lasse mir alle Befunde persönlich aushändigen und frage bei jedem Arzt nach, ob er mich benachrichtigt, wenn es positive Befunde gibt.
       
04.01.2018 9.24 22.11.17
Aufgrund von Erfahrungen anderer Betroffener entschied mich für eine Operation in der Martiniklinik in Hamburg. Am 04.01.2018 war dann mein Vorstellungstermin. Danach entschied ich mich für die OP mit dem daVinci-Operationssystem. Frühestmögliche Termin liegt leider in der Zukunft. Am Montag, den 12.03.2018 soll es dann soweit sein.
Bis dahin sind noch ein Szintigramm der Knochen durchzuführen und ein CT des Bauchraumes. Das CT des Bauchraumes werde ich jedoch durch ein PSMA-PET-CT ersetzen.
       
11.01.2018 12.70 11.01.18
Es wurde nun eine Ganzkörper-Skelett-Szintigraphie durchgeführt. Anfangs vermutete am auf Grund der Bilder eine Metastase im linken Oberarmknochen. Dies konnte aber durch eine Röntgenaufnahme ausgeschlossen werden: es handelt sich um eine "zystische Läsion im Markraum der mittleren humerusdiaphyse"; damit nicht malignitätsverdächtig. Das PSMA-PET-CT wir am 24.01.2018 in der Radiologischen Klinik der Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführt.
       
24.01.2018 12.70 11.01.18
Heute wurde nun das 68Ga-PSMA-PET-CT in Heidelberg durchgeführt. Deutlich sichtbar war der Tumor in der Prostata und dann noch an der 5. Rippe links:

Lokalbefund: Intraprostatisch, SUVmax. 39,4
Ossär: 5. Rippe links lateral, SUVmax. 3,9

Der Cutoff-Wert des SUV (standardized uptake value) liegt bei 2,5 bis 3,0.
Bis 10 kann es sich um Tumorgewebe handeln, über 10 liegt tumorspezifisches Gewebe vor.

Auf Grund von bildgebenden Verfahren kann man heute leider keine definitive Aussage treffen. Dazu wäre eine pathologische Abklärung im Rahmen einer Biopsie notwendig, sagte man mir.
Nach Rücksprache mit meinem Urologen habe ich mich entschieden, mich zuerst um die Quelle, die tumorbehaftete Prostata zu kümmern, d. h. die Ursache muss zuerst entfernt werden. Danach werden wir den PSA-Wert beobachten und bei Verdacht auf weiteres Tumorgewebe zuerst auf die linke 5. Rippe schaun.
       
12.03.2018 14.50 09.03.18
Am Montag, den 12.03.2018 wurde ich in der Martiniklinik von Frau Prof. Tilki operiert. Die Operation erfolgte mit der Da- Vinci-Methode. Dabei konnten die Nerven beidseits erhalten werden. Neben Prostata, Samenleitern und -blasen wurden 6 Lymphknoten entfernt.

Histologischer Befund: Adenokarzinom, Tumorbefall beidseits, Gleason 4+3=7 (Anteil Gleason 4: 95 %) -> 7b
Tumorklassifizierung:
pT2c, Gleason 4+3=7 (Anteil Gleason 3: 5 %; Anteil Gleason 4: 95 %), max. Tumordurchmesser 10 mm,
pN0 (0/6), L1, V0, R0

Entlassung aus der Martiniklinik: Freitag, den 16.03.2018 mit Katheter
       
22.03.2018 14.50 09.03.18
Der Katheter wurde von meinem Urologen entfernt.
Es stellte sich eine tägliche Inkontinenz zwischen 20 und 200 ml ein.
       
03.04.2018 0.72 27.03.18
Beginn der Anschlussheilbehandlung in der Klinik am Kurpark in Bad Wildungen - Reinhardshausen: hier wurde mir erst richtig klar, dass die Operation einen großer Eingriff in den Körper darstellte und daher längere Schonung angesagt ist, um die inneren Nähte und Wunden abheilen zu lassen. So sollte man am Tage nicht mehr als 2 Stunden und 15 Minuten spazieren gehen. Heben von Gewichten über 5 Kilogramm und Wandern ist für 3 Monate nach OP auch gestrichen. Vor allem wird aber vor dem Fahrradfahren gewarnt. Auf Grund von Erschütterungen sollte das Rad lieber 6 Monate stehen gelassen werden.
Die Therapien umfassen vor allem das Beckenbodentraining zur Minimierung der Inkontinenz. Außerdem wurden kleine Spaziergänge in den Therapieplan mit aufgenommen. Für die Stärkung der Muskeln im Oberkörper gab es verschiedene Arten der Gymnastik und Gerätetraining. Die Termine wurden gut organisiert und sind über den gesamten Tag verteilt.
Die Inkontinenz hat sich auf ca. 30 ml am Tag verbessert. Es gab aber auch einzelne Tage mit ca. 150 ml (vor allem beim Niesen und Husten).
Man soll aber dem Körper Zeit geben. Es kann bis zur völligen Kontinenz ca. ein Jahr vergehen.