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letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
12.11.2014 6.00 12.11.14
Erster Hinweis nach Gesamtcheck, auf erhöhten Marker, mit PSA 6. MRT (3 Tesla Klasse) zeigt keinen klaren Befund. Kommentar der Tagesklinik: "Das sollten Sie bei Gelegenheit mal näher ansehen lassen". Nimmt Mann natürlich ohne Symptome erst mal wenig ernst ...
       
15.12.2016 6.00 12.11.14
Leichte Blutspuren im Ejakulat außerdem eine starke Erkältung mit MIttelohrentszündung. Muss wohl doch zeitnah bei einem Urologen vorstellig werden!
       
31.01.2017 6.00 12.11.14
Termin beim Urologen in München. Sehr emphatisch und behutsam. Erst Tastuntersuchung, dann US. Noch kein klarer Befund. Multiparametrische MRT zur Abklärung machen. Am Ende Blutabnahme für PSA (sollte idealerweise vor! Untersuchung gemacht werden, wegen Reizung und Erhöhungsgefahr). Nach einer Woche Ergebnis: 16,4 PSA!
       
03.02.2017 16.40 03.02.17
Multiparametrische MRT in München. Sehr erfahrener Radiologe mit 3 Tesla Gerät. Die gute Nachricht: "Suspektes Areal rechts paramedial ist seit 2014 weitgehend unverändert". Die schlechte: "Sollten Sie aber unbedingt biopsieren lassen!"
       
07.03.2017 16.40 03.02.17
Nach Biopsie (unter Vollnarkose, risikoarm durch den Damm, mit 14 Stanzen) vom gleichen Urologen in Münchener Tagesklinik, 1 Woche leichte Nachwirkungen - wie angekündigt. Diagnosegespräch 10 Tage später mit Frau beim Urologen: Verdacht bestätigt! Ardenokarzinom mit mittlerem bis hohem Risiko Gleason Score 3+4=7a... Schock!
Irgendwie hatte ich bereits den Verdacht, auch weil der Urologe vor der Biopsie sagte: "Wir werden da was finden, aber ich weiß noch nicht was ....". Das muss erst mal verdaut werden.
Erste Empfehlungen nach Nachfragen von meiner Seite über die Konsequenzen: Primärtherapie OP (RPE), alternativ eventuell Kombitherapie (LDR-Brachy-Therapie mit zusätzlicher Bestrahlung von extern mit halben Dosis zur Absicherung für Metastasen).
Fehlt noch die Absicherung, dass der Krebs noch gekapselt ist. Hier organisiert mein Urologe die wohl momentan sicherste Untersuchung in der TU München, das PSMA/PET-CT (Termin aber wegen hoher Nachfrage erst in 4-6 Wochen möglich!) Zusätzlich wird ein Testosteron-Senker verschrieben, um das weitere Krebswachstum zu limitieren.

Jetzt steht Ostern an, zu Nachdenken und Informieren ...
       
19.04.2017 16.40 03.02.17
Kann mich noch nicht wirklich mit der Idee einer OP anfreunden, obwohl in München alle modernen und erfahrenen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Neben- und Spätfolgen erscheinen nach ersten Infogesprächen schon wahrscheinlich. Den Testosteron-Senker vertrage ich bis auf leichte zeitweise Müdigkeiten gut.

Also erst mal Alternativen ansehen: Hier kommt dieses Portal zu Gute sowie auch viele Beiträge und Erfahrungsberichte aus dem Internet. Da ich selbst einige Jahre in der Medizintechnik gearbeitet habe, kenne ich die Interessenunterschiede und Wettbewerbsthemen unter unterschiedlichen Fachrichtungen in der Medizin nur zu gut. "Man wird selten einen Metzger finden, der sich für Rohkost stark macht" erinnere ich mich ...

Viele modernen Alternativen zur Standard-Therapie erscheinen entweder zu neu, oder für meinen Befund ungeeignet. Infogespräch in der TU München R.d.Isar Strahlentherapie zur IMRT-Methode. OA sehr erfahren, offen und objektiv. Erklärt alle Chancen und Risiken, eine Stunde lang. Selbst er schwankt zwischen RPE und IMRT als Primärtherapie! Aber wäre eine echte Alternative und wird auch von den privaten KK bezahlt.
Danach ausführliches und angenehmes Infogespäch im RPTC in München zur Protonen-Therapie. Auch hier eine erfahrene und offene Ärztin, die aus eigener Praxiserfahrung gute Vergleiche anstellt. Natürlich tritt sie in einer privaten Institution etwas "verkäuferischer" auf. Will aber nicht zu viel "manipulieren". Nach dem Gespräch und vielen positiven Erfahrungsberichten, erscheint die PT momentan als gute schonende Wahl. Wären da nicht die hohen Kosten von 42.000,- € laut KV. Dies gilt es jetzt in den weiteren Schritten abzuklären!
       
31.07.2017 10.00 31.07.17
Die PSMA Pet-Untersuchung an der Uni RdI ergab erfreulicherweise keine Anzeichen für eine Streuung des Karzinoms. Außerdem scheint der PSA-Wert nicht wirklich bei 16 zu liegen, sondern eher bei ca. 10 (Blutabnahme nach US-Untersuchung und Tastbefunden erhöhen den Wert). Auf Grund des letzten gemessenen Werts von 8 unter Einnahme von Bicalutamid 50mg, schätzen wir ca. 10.
Nach vielen Gesprächen mit betroffenen Bekannten und erfahrenen Urologen, folge ich den Empfehlungen für eine Langfriststrategie. Dies bedeutet doch eine OP, um alle Optionen in Zukunft zu haben. Bleibt die Frage wo und bei wem? Hier entscheidet letztlich doch der "Bauch" und persönliche Eindrücke aus Gesprächen. Letztlich viel die Entscheidung unter den Münchner Top-Operateuren für Prof. Dr. med. Kriegmair in der Urologischen Klinik Planegg. Zum einen, weil er die offene OP sowie auch die Da Vinci-Methode gleichermaßen erfahren beherrscht - und zum anderen, weil das Umfeld seiner Privatklinik angenehmer erscheint, als eine große Uni-Klinik. Die Entscheidung viel auf die robottergestützte Da-Vinci-Methode, da die Heilung schneller geht und ich als Patient gut geeignet bin (Größe, Gewicht, sportliche Konstitution). Morgen geht es los ... ich werde berichten.
       
05.08.2017 10.00 31.07.17
Die OP ist optimal verlaufen, beidseitig nervenerhaltend, in knapp 3 Stunden. Diese positive Nachricht hat mich nach Verlegung auf mein schönes Einzelzimmer schon mal aufgebaut. Am anstrengendsten war der Nachmittag und die Nacht in der Intensiv-Station (wenig Schlaf, laute Geräusche und anstrengender Nachbar).
Heilung und Erholung verlief durch geringe Narben schnell und unproblematisch. Am 4. Tag nach OP kam der wichtige histologische Befund: pT2c, pN0 (0/16), L0, V0, PN1, G2, R0; Gleason pattern: 3 (80%) + 4 (20%) = Gleason-Score 7a (Bestätigung der Biopsie). Alle Lymphknoten (3r, 13l) sind tumorfrei; Blasenhals / Absetzungsränder / Samenblasen beidseits tumorfrei!
Das ist wohl noch mal gut gegangen! Jetzt noch ca. 3 Tage zur Dichtheitsprüfung und ab nach Hause ...
       
19.10.2017 0.07 04.10.17
Gute 10 Wochen nach der OP kann ich wieder mit dem Fitnessaufbau beginnen. Der erste Nachbefund ist positiv, keine Entzündungen, PSA praktisch nicht vorhanden. Lediglich zwei Lyphozelen müssen sich wieder zurückbilden. Das Arbeitsleben hat mich wieder.
Die Kontinenz ist fast wieder hergestellt, bei manchen Bewegungen und ab spätem Nachmittag gehen ein paar Tropfen in die Einlagen. Mit der Potenz brauchen wir noch Geduld. Mit Unterstützung von Cialis kommt aber erste „Bewegung in die Sache“. Orgasmus ist möglich und ähnlich wie früher. Die Samenleiter werden jedoch bei einer Prostatektomie durchtrennt und somit ist die Sache „trocken“. Da ich keine Kinder mehr in die Welt setzen will, ist das verkraftbar.

Aus heutiger Sicht waren alle Entscheidungen richtig. Die Lebensqualität ist erfreulich und die Narben verheilen. Wichtig ist, neben den richtigen Entscheidungen und professionellen Ärzten, eine stabile mentale Haltung, eine verständnisvolle starke Partnerin, körperliche Bewegung, Ablenkung und Optimismus! Wenn sich alles so weiter entwickelt sehe ich weiterhin positiv in die nächsten 20 Jahre. Das Positive an so einer Krankheit ist, dass man die schönen Dinge im Leben bewusster wahrnimmt und wieder mehr schätzt ...