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letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
06.02.2012 - -
Krebsfrüherkennung, muss das sein?

Der Prostatakrebs eines guten Freundes (51 J.) bewegt mich zur Krebsfrüherkennung beim Urologen. Empfohlen wird mir die erweiterte Untersuchung (Zuzahlung knapp 90,00 €, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden). Nach der Blutabnahme erfolgen die Tastuntersuchung und Ultraschall. Ergebnis: alles OK!
       
10.02.2012 8.70 10.02.12
Was bedeutet dieser PSA-Wert?

Kurzfristiger Termin beim Urologen: der PSA liegt bei 8,7!? Ich wusste bis dahin nicht, was das bedeutete. Der Arzt sagte mir, dass es sich mit Sicherheit nur um eine Entzündung handeln könnte und verschrieb mir Antibiotika.
       
22.02.2012 8.30 22.02.12
Es muss nicht gleich Krebs sein!

Die Vermutung des Arztes, dass es sich nur um eine Entzündung handelt, scheint sich zu bestätigen. Der PSA-Wert ist gesunken. Es wird jedoch vorsorglich ein Termin in ca. 1/2 Jahr vereinbart.
Ich habe keinerlei gesundheitliche Probleme, keine Schmerzen oder sonstige Auffälligkeiten, die auf eine Erkrankung hindeuten.
Irgendwie bekam ich jedoch so nach und nach die Gedanken nicht aus dem Kopf, eventl. doch Krebs zu haben. Die "geGoogleten" Ergebnisse in Bezug auf den PSA-Wert beunruhigten mich.
       
03.09.2012 12.86 03.09.12
Die erneute Blutentnahme

Blutentnahme zur Kontrolle des PSA-Wertes. Das Ergebnis ist schockierend und der Ernst der Lage wird mir nun endgültig klar. Der Arzt beruhigt mich und empfielt die ambulante Biopsie in seiner Praxis. Es erfolgte eine Aufklärung zu diesem Eingriff und Informationsmaterial wurde ebenfalls zur Verfügung gestellt, so dass ich mir vorab ein Bild zu der ganzen Sache machen konnte - dachte ich jedenfalls...
       
14.09.2012 12.86 03.09.12
Die Biopsie

Alle meine Befürchtungen wurden in negativer Hinsicht bei Weitem übertroffen!!! 15 Min. "Blut und und Wasser" schwitzen. Ich habe mich danach stundenlang richtig elend gefühlt. Schmerzen im Bauch, After und in den Oberschenkeln. Auf Nachfrage zu den Symptomen sagte mir mein Arzt, das ich zu verkrampft war und der Engriff auf Grund der angestrafften Muskeln nicht ganz einfach war.
Die Biopsie wurde absolut korrekt durchgeführt (Antibiotika, örtliche Betäubung und Desinfizierung).

Große Anspannung und Angst macht sich in mir breit. Vor einer Woche ist mein Vater an Krebs (Lymphdr./Lunge) gestorben. Nur 5 Monate nach der Diagnose; ein kurzer aber qualvoller Tod. Für mich war es die erste, sehr direkte Erfahrung mit Krebs. Das mit ihm durchgestandene läuft jetzt mit mir ab: Gewebeentnahmen, Operation(en)...
       
18.09.2012 12.86 03.09.12
"Jetzt ist der Fall eingetreten, mit dem ich bei ihrem Alter nie gerechnet hätte"

waren die Worte meines Arztes, als er mir sagte, das ich Krebs habe (1 Stanze von 10 mit "Mikroherd" Gleason 3+2). Mich hat es komischerweise nicht schockiert. Ich habe mir auch nicht die Frage gestellt "Warum gerade ich?" sondern "Warum jetzt schon?" Wahrscheinlich habe ich schon zu lange mit dem Gedanken daran gelebt.

Wie soll es jetzt weitergehen?
Es folgte eine grundsätzliche Erläuterung der Therapiemöglichkeiten und immer wieder die Aussage, nichts zu überstürtzen. Für diese Vorgehensweise bin ich bis heute dankbar, weil ich mir in der folgenden Zeit auch noch weitere Informationen und Meinungen einholen wollte und konnte.
In den nächsten Tagen weitere Untersuchungen (Knochenszintigraphie, CT, MRT) - zum Glück ohne weitere Befunde!
       
25.10.2012 12.86 03.09.12
Interdisziplinäre Sprechstunde im Prostatakarzinomzentrum | Tumorboard

Konkrete Erläuterung und Besprechung der weiteren Vorgehensweise und Therapiemöglichkeiten. Nach Abwägung aller bisherigen Kenndaten Entschluss zu einer weiteren Biopsie, um eine eventl. Fehldiagnose bei der ersten Biopsie auszuschließen sowie die Position und das Ausmaß des Karzinoms genauer zu bestimmen.
Die detailierte Erläuterung des Oberarztes zur Sättigungsbiopsie hat mich endgültig überzeugt, weil sie anders als die "Standardbiopsie" beim Urologen durchgeführt wird und viel eindeutiger Ergebnisse hervorbringt - sofern sie richtig durchgeführt wird!
       
01.11.2012 12.10 01.11.12
Die sogenannte "Sättigungsbiopsie"

...zur Unterstützung der endgültigen Therapieentscheidung.
Da ich bei der ambulanten Biopsie so schlechte Erfahrungen gemacht hatte und nun doppelt so viele Stanzen entnommen werden sollten, bestand ich darauf, diese unter Vollnarkose durchzuführen. Alle Bedenken die ich durch meine persönlichen Erfahrungen bisher hatte, waren schon kurze Zeit nach dem Eingriff verflogen:
Keine Entzündung, keine Schmerzen, kein Blut im Urin und kein Blut im Stuhl (das Ejakulat war nach 14 Tagen wieder fast "normal" aber das war ja dann sowieso egal...).
Im Nachhinein bin ich besonders froh darüber, wieder einmal nicht auf die notorischen Vielschreiber aus den Internet-Foren gehört zu haben, weil mir die Sättigungsbiopsie Klarheit gebracht hat und die Chance besteht, den aggressiven Krebs zu stoppen bzw. Zeit zu gewinnen.
Im Übrigen: eine Sättigungsbiopsie bedeutet nicht, die Prostata ein weiteres mal mit mindestens doppelt so vielen Stanzen planlos zu durchlöchern! Nach einem langen Gespräch mit einem sehr guten Facharzt, hatte ich eine völlig andere Meinung zur Biopsie. Die Richtige, wie sich später zeigte...
       
13.11.2012 12.10 01.11.12
Das Ergebnis

Die erneute Biopsie ergab eine deutlich schlechtere Diagnose: Nachweis eines Karzinoms cT1c Gleason 7b (4 von 18 Stanzen, rechts, bis 40%). Jetzt bestanden keine Zweifel mehr. Auch die Therapiemöglichkeiten waren nun schlagartig sehr eingeschränkt. Den gesamten Entscheidungsprozeß für die anstehende Therapie möchte ich hier nicht wiedergeben. Das Ergebnis lautete: offene OP.
Was mir zu dieser Zeit die größte Sorge bereitet, sind die möglichen Folgen dieser radikalen Therapie. Die Angst vor Impotenz und Inkontinenz.
       
19.11.2012 12.10 01.11.12
Die radikale Prostatektomie

Nach einer schlaflosen Nacht in der Klinik war es dann soweit. Das alles bloß hinter mich bringen. Nach der etwa 4stündigen OP bin ich dann so langsam zu mir gekommen. Schmerzen? Erträglich, nur Rückenschmerzen. Der Katheter war sehr unangenehm. 2 Stunden später wurde ich auf die Überwachungsstation verlegt. Bis dahin habe ich mich den Umständen entsprechend gut gefühlt und ich habe versucht ein wenig zu schlafen, obwohl das nicht so einfach war mit der ganzen "Verkabelung". Nach 3 Stunden setzte dann schlagartig extremer Schmerz ein. Obwohl ich die Dosiertaste an der Pumpe für das Schmerzmittel immer wieder drückte, wurden die Schmerzen immer schlimmer, so dass ich klingelte. Der herbeigerufene Arzt untersuchte mich und stellte eine Blutung im Unterbauch fest. Mir lief inzwischen der Schweiß über die Stirn. Der Monitor über mir zeigte einen Blutdruck von 60/30 und einen Puls von 28 an, das war alles sehr unwirklich. Ein anderer Arzt spritzte mir dann etwas und ich kann mich an alles was dann geschah nicht mehr erinnern...

Am nächsten Tag wurde ich auf die Station verlegt. Die Schmerzen der letzten Nacht hatten deutlich nachgelassen und waren nun erträglich.

1. Tag
mit Unterstützung schon mal vorsichtig aufstehen und ein paar Schritte Laufen

2. Tag
in Begleitung selbst ins Bad gehen, selbstständig Waschen und Rasieren, keine Schmerzen

3. Tag
die ersten kleinen Ausflüge durch das Zimmer und auf den Flur

4. Tag
erste (heimliche) Dusche - natürlich ohne den Wundverband nass zu machen, viel Laufen im ganzen Haus - herrlich!

5. Tag
die Rache des Körpers! Zu viel Aktivität und dadurch extreme Wasseransammlungen im Unterbauch und in den Oberschenkeln, am schlimmsten betroffen ist ausgerechnet der intimste Bereich, ich möchte nicht beschreiben wie das ausgesehen hat und wünsche auch niemandem diese Schmerzen...
Diese Auswirkungen sind übrigens nicht unnormal, wenn zahlreiche Lymphknoten (22 Stück, "ausgedehnte Lymphadenektomie") entfernt werden.

Jeden weiteren Tag gab es dann wieder kleine Fortschritte.
Ansonsten verlief der Heilungsprozess sehr gut: nach 3 Tagen Wunddrainage entfernt, therapeutische Anwendungen usw..
Was mich am meisten freute: die Operation konnte beidseitig nervschonend durchgeführt werden! Wie wichtig das für mich war, konnte ich erst später einschätzen...
       
22.11.2012 12.10 01.11.12
Der postoperative Befund viel in etwa so aus, wie ich ihn erwartet hatte. Leider war es schon Stadium pT2c - dafür aber R0, M0, L0

       
26.11.2012 12.10 01.11.12
Bin ich noch ganz dicht?

Der Katheter wird entfernt. Es wird auch Zeit, denn das Ding wurde von Tag zu Tag immer unangenehmer. Außerdem wollte ich endlich mal wieder ungestört duschen und mich frei bewegen, ohne den Urinbeutel.
Natürlich war ich aufgeregt! Geht das mit dem "Pullern" überhaupt noch? Kann ich alles halten oder muss ich jetzt für immer Windeln - sorry: Vorlagen tragen?
Das Einfüllen des Kontrastmittels (200 ml) und das Entfernen des Katheders konnte ich auf einem Monitor mitverfolgen - echt beeindruckend. Beruhigend dabei war, dass das Kontrastmittel dort blieb, wo es bleiben sollte. "Innerlich" war alles dicht (Nahtstelle Blase/Harnröhre: Anastomose). Unmittelbar danach der erste Toilettengang. Es funktionierte noch! Zwar etwas verzögert und schmerzhaft, weil die Harnröhre durch den Katheter gereizt war, aber immerhin konnte ich wieder einigermaßen Wasserlassen.
Ich habe die nächsten 3 Tage sicherheitshalber Vorlagen benutzt, über Nacht noch etwa 4 Wochen. Drin war nie etwas. Wenigstens ist das Thema Inkontinenz scheinbar erledigt! Meine Erfahrungen der nächsten Wochen zeigten jedoch, das man sich auf bestimmte Situation einstellen muss (spezielle Belastungen, Kältereiz usw.), aber das hat sich ständig gebessert und ist ½ Jahr nach der OP vergessen.
       
30.11.2012 12.10 01.11.12
Eine kleine "Zwischenbilanz"

Die Operation und den Klinikaufenthalt habe ich gut überstanden. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal (außer einem) bedanken. Ich habe mich gut betreut und gut behandelt gefühlt. Mit der endgültigen Bewertung des OP-Ergebnisses muss ich mich wohl noch ein Weilchen gedulden.
Körperlich fühle ich mich gut, so dass auch die ersten Spaziergänge durch meinen geliebten Wald möglich sind. Die Narbe ist noch sehr auffällig aber super geheilt.
       
04.12.2012 12.10 01.11.12
Die Anschlußheilbehandlung

Vorab: eine AHB ist meiner Meinung nach nicht für jeden unbedingt erforderlich bzw. geeignet. Mir hat diese "Auszeit" sehr gut getan. Ich konnte wieder Kraft sammeln und Abstand zu den vergangenen Wochen gewinnen. Im Nachhinein hat sich das auch gut auf mein Erscheinungsbild gegenüber meinen Kindern ausgewirkt, denn ich bin nach der AHB wieder als ganz "normaler Papa" nach Hause gekommen.
Für die AHB habe ich die Inselsberg-Klinik in Tabarz gewählt. War absolut in Ordnung: umfassende ärztliche Betreuung, nettes Personal, hilfreiche Therapien und Anwendungen und auch sonst alles so, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Weniger schön fand ich den Altersdurchschnitt, das Aufeinandertreffen verschiedenster Krankheitsbilder und die Tischgespräche zu überwiegend die Krankheit und Arztbesuche betreffenden Themen.
Die OP-Folgen sind inzwischen weiter am abklingen, Schmerzen habe ich nur ab und zu im Inneren des Unterbauchs bei ungünstigen Bewegungen. Inkontinenz ist zum Glück kein Thema, jedoch treibt mich der winterliche Kältereiz öfters mal auf Toilette, besonders nach Wanderungen. Eigene "Messungen" haben ergeben, dass ich wieder fast 500 ml zurückhalten kann, ohne das es tropft - ein schöner Erfolg! Zur Sicherheit trage ich Nachts noch Vorlagen. Beim Thema Errektion gibt es noch keine Lebenszeichen oder irgendetwas Nennenswertes. Aber da spielt wohl der Kopf noch nicht so ganz mit.

Weihnachten steht vor der Tür und nun soll nach und nach endlich wieder ein einigermaßen normales Leben beginnen.
       
04.01.2013 12.10 01.11.12
Die erste Blutentnahme nach der OP

Seit Tagen herrscht in mir Nervosität... Haben die Ärzte wirklich alles erwischt? Sind Metastasen vorhanden? Der PSA-Wert müsste ja irgendwo bei 0,0? liegen. Hoffentlich ist alles OK.
       
07.01.2013 0.01 07.01.13
Die Auswertung

Der PSA-Wert liegt bei 0,01! Das Ergebnis ist nach der kurzen Zeit zwar so oder so ähnlich zu erwarten gewesen, aber es ist schon mal ein positiver Anfang!
Auch sonst bin ich mit dem erreichten Stand zufrieden. Kontinenz auch bei gesteigerter Belastung, die Blase lässt sich restlos entleeren und Schmerzen sind auch nur noch ab und zu minimal vorhanden. Irgendwelche nächtlichen oder morgentlichen Errektionen sind leider noch nicht vorhanden, schade, aber da muss ich wohl noch Geduld haben.

(PSA 0,01 ng/ml ist die Messgrenze des Labors)
       
25.02.2013 0.01 07.01.13
Allgemeine Untersuchung beim Urologen

Unabhängig von der eigentlichen Krebsnachsorge ging es mir diesmal, neben den direkten Folgen der Erkrankung und Operation, vor allem um das Thema Errektion. Leider gibt es noch keine positive Entwicklung oder wenigstens kleine Anzeichen und ich verliere auch so langsam die Hoffnung, dass es noch einmal annähernd so werde könnte wie es vorher war. Jedenfalls verlasse ich die Praxis mit einem Rezept für LEVITRA 10 mg. Schon komisch: vor gar nicht all zu langer Zeit hätte ich wahrscheinlich noch Witze über solche Medikamente gemacht und hatte eigentlich auch immer damit zu tun, eine Errektion in ungünstigen Situationen zu unterdrücken. Das ist für mich eine völlig verkehrte Welt, denn das was nun unmöglich erscheint, war immer "auf Kommando" und auch mehrmals hintereinander möglich...
       
21.04.2013 0.01 07.01.13
Die Zeit vergeht...

und etwas Hoffnung, das zweite böse "I" zu besiegen, kehrt zurück. Scheinbar hat die nerv- und gefäßschonende OP doch funktioniert! Jedenfalls gibt es etwas Licht am Ende des Tunnels...
       
02.05.2013 0.01 02.05.13
Die 2. Nachsorge

Immer noch vorhanden ist eine ca. 90 ml große Lymphocele, die stört besonders bei sportlichen Aktivitäten, schränkt die Bewegungsfreiheit der Beine ein und bereitet immer noch Schmerzen.
Der PSA-Wert liegt unter 0,01 - außerhalb der Nachweisgrenze. YES!!! Alle anderen Laborwerte sind auch super. So kann es weitergehen. Zumindest was das betrifft. Bei einem anderen Thema würde ich mir auch eine positivere und vor allem schnellere Entwicklung wünschen... Wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig oder habe zu hohe Ansprüche, um das bisher Mögliche ausreichend positiv zu bewerten.
       
11.09.2013 0.01 22.08.13
Die 3. Nachsorge

Der PSA-Wert ist wieder super! Oder doch nicht? Dieses mal lag das Ergebnis genau bei 0,01 und nicht wie bisher "unter der Nachweisgrenze", also kleiner als 0,01. Die letzten Tage vor der "Blutspende" und das Warten auf das Ergebnis haben jedoch immer noch viel Kraft und Nerven gekostet. Ob das noch mal besser wird?
An die OP erinnert noch eine etwa 80 ml große Lymphozele, die ich jedoch nicht wirklich spüre. Immerhin 20 ml weniger, als kurz nach der OP. Mein Allgemeinzustand ist absolut in Ordnung und die körperliche Leistungsfähigkeit wie vorher. Was mir hin und wieder Sorgen macht, ist dieser blöde, postoperative GS 7b...

Nun ist ein Jahr seit der Diagnose vergangen und die war nicht das einzige Schlechte, was ich in relativ kurzer Zeit durchleben musste...
Aber genau diese Phase hat vieles in meinem Leben positiv verändert, was ich mit Worten kaum beschreiben kann. Genau dass hätte ich vor einem Jahr nicht glauben können - im Gegenteil!
Da war ja noch etwas...
und das war zum Glück nicht nur, sondern ist zurückgekommen. Die "normale" Sexualität ist wieder möglich! Stück für Stück gab es in den letzten Monaten erst kleine, später große Fortschritte - aber zwischenzeitlich auch mal Rückschläge und Enttäuschungen.
       
19.11.2013 0.01 22.08.13
Ein Jahr ist schnell vorüber...

Die letzten Tage waren jedoch sehr anstrengend. Der "Jahrestag" der OP ist doch nicht so ganz einfach gewesen, wie ich es erhofft hatte. Schon einen Tag vorher lief alles noch einmal ab wie ein Film - als ob es erst ein paar Tage her war. Jede Minute, jedes Wort, die ganzen Eindrücke und die unsichere Zukunft. Ich bin froh, dass ich diesen Tag hinter mich gebracht habe.
       
20.11.2013 0.01 22.08.13
Blutentnahme für die Nachsorge

Nach der heutigen Blutspende setzte wieder dieses gehasste Gefühl ein. Ist alles in Ordnung? Nach der letzten Messung lag der Wert nicht unter der Nachweisgrenze von 0,01 sondern genau bei 0,01. War das schon ein Anstieg? Ich weiß, dass andere Patienten Feinmessungen machen lassen mit 3 Nachkommastellen, um schon in diesem Bereich Entwicklungen zu erkennen. Hätte ich das auch tun sollen?
       
21.11.2013 0.01 21.11.13
Erleichterung

Der neue PSA liegt wieder unter der Nachweisgrenze von 0,01! Das erste Jahr ist ohne Auffälligkeiten und mit einer überwiegend positiven Entwicklung überstanden. Das war mein größter Wunsch: das Jahr nach der OP ohne einen PSA-Anstieg zu überstehen. Das bringt sehr viel Optimismus und Entspannung für die Zukunft.
Geblieben ist immer noch die Lymphozele mit etwa 80 ml.
Über Feinmessungen mit 3 Nachkommastellen werde ich in Zukunft nicht mehr nachdenken, es sei den, eine weitere Therapie sollte das erforderlich machen.
       
20.01.2014 0.01 21.11.13
Jetzt sind 2 Jahre vergangen, seit ich mich mit dem Thema Prostatakrebs auseinandersetzen musste und über 1 Jahr seit meiner RPE.
Es war für mich damals ein Schock! Krebs war für mich das gleiche wie ein langer, qualvoller Tod. Der Rest meines Lebens ein einziger Leidensweg...
Ich habe es jedoch geschafft, nicht in eine Starre zu verfallen sondern habe die Herausforderung angenommen - obwohl es in dieser Zeit noch weitere persönliche Rückschläge gab.
Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich mich ganz bewusst mit dieser Krankheit auseinandergesetzt und die für mich beste Therapie gewählt habe. Alles ist gut gegangen. Zufall? Nein! Nur wer sich umfassend informiert und die Diagnose annimmt, hat auch eine reelle Chance gegen diese Krankheit oder wenigstens darauf, sich mit der Krankheit zu arrangieren.
       
21.03.2014 0.01 20.03.14
Wieder einmal überstanden,

aber die letzten Tage und Nächte vor der Nachsorge und dem neuen PSA-Wert waren immer noch sehr anstrengend.
Insgesamt bin ich mit der Therapie sehr zufrieden; Einschränkungen sind kaum zu spüren. Nach wie vor zuverlässige Kontinenz, auch bei erhöhtem Kältereiz oder extremer körperlicher Belastung.
Die Sexualität hat sich inzwischen weitgehend normalisiert und funktioniert nahezu so wie vor der OP. Manchmal gibt es noch so etwas wie "Versagensängste", die sich aber in letzter Zeit immer als unbegründet herausgestellt haben. Durch den gezielten Einsatz von geringen Mengen PDE-5-Hemmern (5-20 mg Sildenafil) funktioniert alles bestens, sogar ausdauernder als je zuvor...
       
04.07.2014 0.01 20.03.14
Die nervige Zeit vor der nächsten PSA-Messung hat sich nun schon auf etwa 2 Wochen verkürzt. Aber Angst davor kommt immer noch auf.
Inzwischen sind 1½ Jahre seit der OP vergangen. Mein Allgemeinbefinden unterscheidet sich fast nicht mehr von dem vor der Therapie. Körperliche Belastbarkeit ohne Einschränkungen. Sexualität ist ähnlich möglich wie vorher, nur nicht ganz so spontan.
       
17.07.2014 0.01 16.07.14
Es ist wieder überstanden!

PSA-Wert weiterhin unterhalb der Nachweisgrenze. Die Folgen der OP sind kaum noch spürbar. Auch GV ist wieder ohne spürbare Einschränkungen und ohne die Unterstützung von Medikamenten möglich. Seit ein paar Wochen gibt es auch wieder nächtliche und morgentliche Errektionen. Noch nicht so wie vor der OP, aber es tut gut zu spüren, dass immer noch ein Aufwärtstrend vorhanden ist. Eine dauerhafte ED wäre für mich unerträglich geworden.
       
20.11.2014 0.01 19.11.14
Die "2-Jahres-Grenze" ist erreicht...

...und ich bin wieder einmal unbeschreiblich erleichtert. Diese 2 Jahre ohne PSA-Anstieg hatte ich mir als großes Wunschziel gesteckt. Eigentlich hat mir mein Uro unbewusst dieses Ziel vorgegeben "wenn wir 2 Jahre überstehen, haben wir sehr gute Aussichten..." sagte er ganz am Anfang einmal.
Inzwischen habe ich die gleiche "Lebensqualität" wie vor der OP erreicht - in jeder Hinsicht!
       
29.05.2015 0.01 27.05.15
2½ Jahre nach OP

Die Diagnose, die RPE und die Wochen nach der OP sind schon fast vergessen. Nur die Nachsorgetermine erinnern an dass, was da mal war.
Mein inzwischen erreichter Zustand entspricht wieder dem vor der OP. Insbesondere die erektiele Dysfunktion in den ersten Monaten nach dem Eingriff hatte mir psychische Probleme bereitet und die viel diskutierte Lebensqualität eingeschränkt. Kritische Beobachtung und Beurteilung anstatt Akzeptanz von Einschränkungen war meine Devise.
Wird es wieder so wie vor der OP oder gewöhne ich mich an Einschränkungen? Inzwischen ist der Zustand wie vor der OP erreicht. Nächtliche/morgentliche Erektionen sind wieder regelmäßig; auch spontaner Sex ohne Einschränkungen möglich. Auch kleinere Einschränkungen, wie die anfänglichen Schwellungen in den Oberschenkeln und des Unterbauches nach Sport, sind nicht mehr wahrnehmbar.
Die seit der OP vorhandene Lymphozele hat sich von ursprünglich 100 ml auf 60 ml weiter verkleinert.
So kann es weiter gehen!
       
18.11.2015 0.01 17.11.15
3-jähriges "Jubiläum" der OP

Inzwischen scheint wieder alles so wie vor der Diagnose und Therapie. Die Krankheit ist weitgehend aus meinem Gedächtnis verschwunden. Nur die letzten Tage kamen die Erinnerungen wieder und natürlich Angst vor dem anstehenden PSA-Wert. Mit jedem vergehendem Jahr wächst die Zuversicht, dass es endgültig überstanden ist... und wie immer denke ich: so kann es weiter gehen!
       
13.05.2016 0.01 12.05.16
Wieder einmal geschafft!

Die letzten Tage waren aber immer noch etwas nervig.
PSA unter der Nachweisgrenze und auch sonst alles bestens. Eigentlich so, als wenn nie etwas gewesen wäre.
       
04.11.2016 0.01 12.05.16
4 Jahre sind nun seit der OP vergangen

und ich fühle mich so, als wäre nie etwas gewesen. Keinerlei Einschränkungen und als positiver Nebeneffekt Verhütung. Die Angst vor dem neuen PSA-Wert war wieder riesengroß, weil sich mein Gewicht innerhalb von einem halben Jahr um über 12 kg reduziert hatte. Das hatte mich an die Zeit vor der Diagnose erinnert, allerdings setzte der Gewichtsverlust damals ohne erkennbaren Grund ein. Dieses Mal war es intensiver Sport und eine radikale Ernährungsumstellung.
Als Ergebnis gab es den deutlich gestiegenen Testosteronspiegel, der massiv zur ohnehin reichlich vorhandenen Lebensfreude beiträgt.
       
15.01.2017 0.01 11.11.16
Nachtrag zum Bericht vom 04.11.2016

Eine Lymphozele (ca. 80-100 ml), die noch längere Zeit nach der RPE vorhanden war, ist inzwischen komplett verschwunden.
       
18.05.2017 0.01 18.05.17
4 ½ Jahre sind nun geschafft

und alles funktioniert bestens, Wohlbefinden ist absolut perfekt und nichts erinnert an die Erkrankung.
       
24.11.2017 0.01 23.11.17
Der 5-Jahres-Check

ist auch geschafft. Für mich ein "magisches" Ziel bis hierher zu kommen ohne PSA-Anstieg. Vor dieser Untersuchung und dem Laborwert hatte ich viel mehr Angst, als vor allen bisherigen.
Zu meinem Befinden gibt es nichts Neues zu berichten - alles bestens! Im Nachhinein betrachtet, hat die Krankheit und der gelungene Neustart meine Lebenseinstellung radikal verändert. Ich ernähre mich gesünder, treibe viel Sport und sehe vieles entspannter. Ich fühle mich heute viel besser als vor der Diagnose. Das Sexualleben steht dem vor der RPE in nichts nach.