Traveller



Personalien und Diagnosen

Personalien

Sichtbarer Name: Traveller
Land: Deutschland
Bundesland/Kanton: Sachsen-Anhalt
Geburtsjahr: 1949
Alter: 67
Beruf: Im Ruhestand
Hobbys: Reisen, Lesen, Musik, Sprachen
Meine Homepage:

Daten bei Erstdiagnose

Datum: 26.06.2015
Alter bei Diagnose: 65
PSA: 5.40
Biopsiert? Ja
TUR-P? Nein
Gleason Score: 4 + 4 = 8
TNM-Diagnose: T2c
Bemerkung: Werte aus Biopsie,

Maximal gemessenes Prostatavolumen

Datum: 01.07.2015
PSA: 5.40
Volumen in ml oder cm³: 35

Postoperative pathologische Daten

Datum: 02.07.2015
Gleason Score: 5 + 4 = 9
pTNM-Befund: pT3b pN0 cM0
Schnittränder: R1
p-L-V-P-G-Befunde:
Siehe Bericht vom: 09.07.2015

Prostatakrebs - Behandlungen

** PSA-Wert zu Beginn der Behandlung
von bis PSA** Art Klinik Ort
01.07.15 08.07.15 5.60 Offene OP Diakonissenkrankenhaus Dessau, Klinik für Urologie,Chefarzt Herr Prof. Dr. Rebmann Dessau
30.09.15 17.11.15 0.55 IMRT Universtätsklinikum Magdeburg, Klinik für Strahlentherapie Magdeburg
15.01.16 0.50 HB 1-fach Facharztpraxis xxx für Urologie Magdeburg



Medikamente

NEM = Nahrungsergänzungsmittel
von bis Medikament + NEM Menge / Zeiteinheit
01.01.00 Vitamin E (Beginn: 2000) 1 Kapsel/Tag (Optivit forte)
01.03.05 Nebilet lt. Verordnung: 5mg (1Tablette)/Tag
08.06.15 12.06.15 Cyprohexal 1Tablette/Tag (anläßlich Biopsie)
15.01.16 Bicalutamid 150 mg/d
25.04.17 Vitamin D3 1000I.E. 1 Tablette/Tag (Vigantoletten)
Menge pro T/W/M/J etc.


PSA-Verlauf    ng/ml    logarithmisch

PSA-Verlauf    ng/ml    linear

PSA-Verdoppelungszeiten in Jahren

Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gestiegen.
Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gesunken.
* Berechnet auf 1, 2, 4 und 8 Perioden rückwärts.

Grenzwert = 3 Jahre


Berechnung der Verdoppelungszeit in Tagen

Verdoppelungszeit in Jahren:
Verdoppelungszeit in Tagen:
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
16.12.99 1.00
26.02.01 1.50 2.05
13.12.04 3.60 3.01 2.70
07.03.07 4.78 5.45 3.60
20.04.07 3.10 -- -- 4.50
07.05.08 4.72 1.73 -- 4.35
19.09.08 3.32 -- 14.35 --
31.03.10 3.94 6.19 -- --
25.03.11 4.63 4.23 5.24 6.79 5.10
21.02.13 4.35 -- 20.30 -- 7.81
23.01.14 4.76 7.08 70.98 10.29 22.63
20.04.15 5.60 5.28 5.92 9.97 35.58
27.08.15 0.59 -- -- -- --
01.12.15 0.50 -- -- -- --
12.03.16 0.03 -- -- -- --
23.05.16 0.02 -- -- -- --
22.08.16 0.02 -- -- --
13.12.16 0.01 -- -- -- --
11.05.17 0.01 -- -- --
           
           
           
           
           
           
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           

Mein Bericht

Übersetzen auf:
Englisch    
Französisch    
Spanisch    

Datum Δ 

letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
18.05.2017 0.01 11.05.17
Hinweis in eigener Sache/"Disclaimer":
Dies alles - Verlauf, Behandlung und Resumè - ausschließlich aus meiner eigenen Sicht als Patient gesehen. Insbesondere stellt dies keinerlei ärztliche Auskunft, sondern nur die Ansicht einen Betroffenen dar.

-------------------------------------------
- Zur eigenen Prostatageschichte
(wie oben erwähnt, aus subjektiver Sicht)

1993 spontane mittlerer Nierenkolik, spontaner Steinabgang ( klein aber scharfkantig, nochmals 1994). Dazu erstmals Überweisung vom Hausarzt zum Urologen zur Kontrolle.
In diesem Zusammenhang erste Prostatauntersuchung und erste PSA Messung ohne Befund.
In den Folgejahren dann regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Urologen.
Ab etwa 1999 (auf eigene Kosten, da GKV): PSA- Messung(siehe Tabelle)
Ergänzung: In zwei Fällen hatte der Urologe eine zur Kontrolle eine Zweitmessung (dies dann als Kassenleistung) veranlaßt. Ich habe die Werte hier nachträglich in der Tabelle eingefügt.
Lt Urologe wäre alles in Ordnung (sinngemäß: Altersgemäß, man brache sich keine Sorgen machen).
Die PSA-Werte stiegen 2004 langsam an, blieben aber bis 2014 auf einem "Plateau".

Rückschau:
Ab etwa 2007 wäre eigenes Nachfragen dringend gewesen, speziell betreffs diverser, aber eben auch höchst zwangslos als "alterstypisch" einzuordnender Beschwerden. Die Urogenitalgegend war Schmerzfrei (d.h. es bestand kein eigentlicher "Leidensdruck"). Gelegentliche unklare Schmerzen im Hodenbereich z.t. auch Leistenberich bei langem Sitzen, dazu langsame Einschränkungen Libido. Diese Einschränkung nahmen in den Folgejahren ab etwa 2007 eher "schleichend" zu - "alterstypisch" eben.
Wie gesagt, über die Jahre erfolgte regelmäßige PSA-Bestimmung (vgl Tabelle).
Weiterhin erfolgte als Schwerpunkt die Ultraschalluntersuchung der Nieren. Immer dabei Tastuntersuchung, sowie mehrmals Tastuntersuchung Hodenbereich ohne Befund.
Februar 2013: PSA 4,35
Seit 2013: Subjektiv merkbare Funktionseinschränkungen (betreffs Libido und Samenabgang).
Januar 2014: PSA 4,76 (letztmals beim genannten Urologen)
Im 2014 Oktober dann Störungen erstmals in Form sog. "trockene Erektion" auffällig.
Dazu (zeitlich auffällig) leichte Kopfschmerzen unklarer Herkunft.
Aus verschiedenen Gründen (berufliche Belastung, auch weil gerade im letzten Arbeitsjahr: Renteneintritt 2015) - erst im Januar 2015 entschloß ich mich zum Arztwechsel, d.h. Wechsel des Urologen.

-------------------------------------------
Der Januar 2015 neu angefragte Urologe veranlaßte nach Anamnese eine aktuelle PSA Messung, die einen Anstieg verzeichnete. Der Tastbefund war überdies sinngemäß "nicht eindeutig Negativ" (!) wie es der Urologe sehr vorsichtig formulierte.
Verordnet wurde daraufhin Antibiotikabehandlung (zum Ausschluß entzündungsbedingter Faktoren) und erneute PSA Messung. April 2015: PSA 5.6 ( d.h. zum Wert vor der Antibiotikabehandlung wenig geändert).
In Auswertung wurde zu einer Biopsie geraten, der ich zustimmte.
(Bemerkung: Für mich mental absolut positiv, daß die Biopsie nach Rückprache mit dem Urologen erst nach dem lange geplanten 4 Wochen Urlaub im fernen Süden (Danau Toba, Ambon, Maluku) erfolgen konnte- mein "mentaler Halt" für alle spätere Unwägbarkeiten).
-------------------------------------------
Biopsie am 08.06.2015:
Subjektiv absolut schmerzhafte Angelegenheit. Verlauf regelrecht, nur örtliche Betäubung aber soweit o.k., keine Infektion dank Antibiotika. Allerdings am ersten Tag kurzzeitig streßbedingter Blutdruckanstieg auf 180! Gleichfalls Blut im Urin und (erheblich) im Stuhl
(subjektiv gesehen: Mein Enddarm/die betreffene Gebend schien durch die 14 Stanzen für zwei Tage regelrecht geschockt zu sein... ). Normalisierung Stuhl innerhalb einer Woche, Schmerz im Enddarm waren nach 2 Wochen weg, Stuhlgang dann auch wieder regelrecht). Am zweiten Tag nach Biopsie kurzzeitigen Beeinsträchtigungen des Harnstrahles- die sich aber mit spontaner Ausschwemmung mehrerer Zusammenballungen von selbst normalisierten.

Auswertung Biopsie durch den Urologen eine Woche später.
-----------------------
Hier: Aus dem Pathologischen anatomischen Gutachten des Institutes XXX vom 10.06.2015
Mikroskopie:
Erste bis 14.te Prostatastanzbiopsate mit fibromuskulärem Stroma und eingelagert zahlreichen Drüsenverbänden mit teils papillär aufgefaltetem Epithel. Kein Nachweis atypischer Zellverbände. Die Zweireihigkeit des Epithels ist erkennbar. Schütteres , herdförmig akzentuiertzes und lymphoides Entzündungsinfiltrat. In den Stanzen 3, 5, 6, 8, 10, 11, 12, 13,und 14 sind atypische kleindrüsige und auch großdrüsige Proliferate nachweisbar. Rücken an Rücken gelegene Tumorverbände mit hyperchromatischen und pleomorphen Kernen mit zum Teil distinkten Nukleolen.
Stanze 1 (SBR) -
Stanze 2 (SBL) -
Stanze 3 (BR) 5% Infiltration. Gleason-Score 6 (3b+3b)
Stanze 4 (BL) –
Stanze 5 (MR) 10% Infiltration Gleason-Score 8 (4a +4a)
Stanze 6 (ML) 10% Infiltration, Gleason-Score 8 (4a+4a)
Stanze 7 (AR) –
Stanze 8 (AL) 20% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 9 (MLR) –
Stanze 10 (MIL) 80% Infiltration, Gleason-Score 6 (3a+3b)
Stanze 11 (BLR) 5% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 12 (BLL) 10% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 13 (TRR) 80% Infiltration, Gleason- Score 7 (3a+4b)
Stanze 14 (TRL) 30 % Infiltration, Gleason-Score 6 (3b+3b)
Kritischer Befundbericht:
Erste bis 14.te Prostatastanzbiopsate mit Infiltraten eines mittelgradig differenzierten, primären, invasiven Adenokarzinoms der Prostata mit Infiltration von 9/14 Stanzen.
Gleason-Score: 7 (3b+4b)

-------------------------
Vom behandelnden Urologen wurde nach Abwägung zur offenen OP geraten
(Zweitmeinung: Upgrade auf Gleason 4a +4a = 8 , (9/14),T2c).
Dem Rat des Urologen bin ich letzlich gefolgt - und habe es bis heute nicht bereut!
D.h. ich würde auch heute - und erst recht mit dem heutigen Wissen - (d.h. langsam ansteigender PSA-Verlauf und Post-Operativ Feststellung Gleason 9) absolut dieselbe Entscheidung treffen.
-------------------------------

Die offene OP:
Erfolgte im Prostatazentrum Anhalt/ Äbtissinenkrankenhaus Dessau am 02.07.2015
Die Operation wurde durch Herrn Professor Dr. Rebmann und Team nervschonend -
und nach meiner Überzeugung äußerst sorgfältig durchgeführt.
OP-Dauer nach Info mehr als 4 Stunden !
Positiv die dort rundherum erhaltene OP- Nachsorge und die (sicher auch aufgrund dieser günstigen Umstände) recht schneller Verheilung der OP-Wunde.
Leider, während der OP und in Auswertung der Proben wurde auf Gleason 9 und pT3b befunden. So daß für die Prognose sowohl von Herrn Professor als auch vom Urologen gleich und ohne Diskussion auf weitere Nachbehandlungen und deren unbestimmtbare Dauer orientiert wurde. So wie ich die Erläuterungen verstanden habe, war einerseits der Kapseldurchbruch (an drei Stellen) und zweitens der (hohe) Gleason 9 entscheidend.
---------------------------
Dazu hier an dieser Stelle ein Auszug aus dem Laborbericht des Pathologischen Institutes:
Histologie: Schlecht differenziertes Adenokarzinom der Prostata mit kapselüberschreitendem Wachstum sowie Infiltration beider Samenblasen.
Geschätztes Tumorvolumen 30% (6ml).
Primärer Gleasongrad: 5 (70%). Sekundärer Gleasongrad: 4 (30%).
Mikroskopisch: Resektionsrandinfiltration apikal rechts auf einer Strecke von 0,5 mm sowie basal rechts auf einer Strecke von 0,1mm.
Karzinominfiltrierte Absetzung des Ductus deferenz rechts.
Maximaler Gleasongrad am Resektionsrand :4
Kapselanteile am Infiltrierten Resektionsrand: Ja
Lymphknoten rechts: 0/3. Lymphknoten links: 0/2
G3, Gleason 5+4, pT3b, N0(0/5), cM0, L1, V0, Pn1, R1.
-----------------------------

Kur(Anschlußheilbehandlung):
Erfolgte auf Antrag bei der Rentenversicherung. Direkt im Anschluß Juli/August eine 3-wöchige Kur in der auf Prostatapatienten spezialisierten Vogtlandklinik in Bad Elster. (Ltg. Prof. Dr. Zeemann).
Bemerkung: Bin in der GKV (!) über das gesamte Arbeitsleben versichert. Überraschenderweise war ein regelrechter Kampf mit der zuständigen Rentenversicherung (Bundesknappschaft) nötig, sowohl
- zur Klärung der "Zuständigkeit" (!) als auch
- um eine direkt auf "Prostata" spezialisierte Kureinrichtung zu besuchen zu können.
Der Kurverlauf in der "Vogtlandklinik" d.h. medizinischen Betreuung und den diversen Anwendungen (Schwerpunkt Mobilisierung) war rundum aus meiner Sicht sehr positiv.
Bemerkung zum RehaSport: Auf meine Bitte hin (starke Schwerzen im Sitzbereich einen Tag nach (!) Belastung egal ob Treppensteigen, Ergometer usw.) wurde nach Rücksprache das Fahradergometer weggelassen - und auch die Belastung im Fitnessbereich minimiert. Damit hatte ich dann und auch im späteren keine weiteren Komplikationen bei der äußeren und inneren OP-Wunden.
Zusammenfassend kann ich die "Vogtlandklinik" Bad Elster im Sinne der "Prostatanachsorge" nur bestens weiterempfehlen.
----------------------------------------
September 2015: Postoperativ ein schöner Abfall des PSA: 0,55 ( 2 Monate nach OP. Eine früherer Messung wurde vom Urologen als auch vom Operateur als nicht aussagekräftig erachtet.).
----------------------------------------

Adjuvante Bestrahlung der Prostataloge:
Oktober und November 2015 im Uniklinikum Magdeburg.
"Tomotherapie" mit 6 MV-Photonen in Schritten à 2 Gy. Summe im Zielbereich 70 Gy (!). Laufend täglich außer Sonntag. Zuvor CT- gestützte 3-D-Planung. Gute Beratung durch die Strahlenärzte und freundliches Personal. Auf Anfrage konnte ich beim Strahlenphysiker vorab den Bestrahlungsplan einsehen. Man versteht, daß auch bei größtmöglicher Konzentrierung auf die Prostataloge der direkt benachbarte Enddarmabschnitt (!) eine erhebliche, und auch weitere umliegende Organe eine zwar geringere aber nicht unerhebliche Dosis abbekommen
Vom Strahlenarzt erhielt ich abschließend den (lebens)wichtigen Hinweis, bei allen unklaren Problemen im Bauchbereich dies in jedem Falle zeitnah fachärztlich abklären zu lassen.
Nebenwirkungen:
Zunächt keine, aber dann nach einer Woche leichte Bindehautentzündung Augen(ob ein Zusammenhang besteht weiß ich nicht) .Nach etwa 10 Bestrahlungen, wie erwartet gesteigerter Harndrang und drastische Reduzierung der Urin-Haltemenge (zuletzt nur 30 bis 50 ml!!).
Weiterhin wie erwartet im 2. Drittel der Bestrahlungszeit progressiv zunehmende Enddarmprobleme. Zum Glück waren dann bald die in Summe geplanten 35 Bestrahlungen erreicht.
Die Enddarmprobleme (medizinisch: "leichtgradige Defektionsbeschwerden") waren in meinem Fall innerhalb eines Monats schnell abnehmend und nach einem Jahr nicht mehr auffällig.
Ich war heilfroh, letztlich dem Rat der Urologen zur offenen OP gefolgt zu sein.
Eine kurative Bestrahlung mit einer 1/3 höheren Enddosis hätte vermutlich wesentlich höhere "statistische" Nebenwirkungen gehabt.
(Die "stochastischen Nebenwirkungen" der Teilkörperbestrahlung klammere ich hier in diesen Betrachtungen mal ganz aus...).
------------------------------------------

Nach adjuvanten Bestrahlung der Prostataloge erfolgte im Dezember 2015/ Januar 2016 eine Zweitkur. (Anschlußheilbehandlung)
Erneut erheblicher Kampf mit der zuständigen Rentenversichung, die aus Kostengründen eine Wohnortnahe aber eben nicht auf Prostata spezialisierte Kureinrichtung preferierte.
Erfreulicherweise war nach erneuter Intervention bei der zuständigen Rentenversicherung die Kur dann doch wieder im "Vogtlandklinikum" Bad Elster möglich.
Erneut aus meiner Sicht dort alles positiv, gerade auch von den Kuranwendungen her ("Beckenbodentraining" usw.) Gerade nach der Bestrahlung war es für mich wichtig, das sich das Haltevermögen des Blasenmuskels wieder normalisieren konnte.
Ich denke das "Beckenbodentraining" und auch das Wandern hat sich positiv ausgewirkt.
Dazu kommt die Kurkarte für die dortige Heilquelle - - (Dass sich damals der große J.W.v. Goethe positiv über das saure Heilwasser der Elsterquelle ausgesprochen hat ( in "Herrmann und Dorothea") sei hier am Rande erwähnt)

---------------------------------------------------

PSA- Kontrolle: Januar 2016 PSA: 0,5 ng/ml. (leider nur geringer PSA -Verminderung...)

---------------------------------------------------
Gleich danach im Januar 2016 adjuvante Bestrahlung der Mammae mit je 4 Gy (Elektronenfeld am Beschleuniger) in 3 Sitzungen insgesamt 12 Gy zur Vorbereitung auf die weitere Behandlung mit Bicalutamid.

Seit Januar 2016 dann Start der Behandlung mit 150 mg Bicalutamid/Tag.

----------------------------------------------------
Erfreulich: Im März 2016 nach 2 1/2 Monaten auf PSA : 0,026 ng/ml gefallen. !!

---------------------------------------------
Allerdings:
Vermutlich hatte auch schon die adjuvante Bestrahlung der Prostataloge und drumherum eine verstärkte verbleibender Bauchempfindlichkeit zur Folge.
Im März 2016 (d.h. vier Monate nach Bestrahlung) kam es - beginnend mit leichten Bauchschmerzen - unvermittelt zu einer "schweren einfache Divertikulitis".
Subjektiv -zumindest vom der Zeitschiene her -
könnte dies durch die adjuvante Bestrahlung induziert worden sein.
Da sich das "Bauchproblem" ausgerechnet vor Ostern manifestierte, mußte ich zur UNI- Notambulanz.
Dort rette mich einzig allein der Hinweis auf die adjuvante 70 Gy- Bestrahlung! Ansonsten wäre ich vom Eingangspersonal mit Hinweis auf Überfüllung ("was: nur leichte Bauchschmerzen?") gnadenlos wieder weggeschickt worden! Also Blutentnahme. Der Assistenzarzt wurde nach Blutbildansicht (Entzündungsparamter) sehr ernst und veranlaßte (Mitternachts!) sofortige Ultraschallkontrolle: Leider positiver Befund. Er behandelte mich mit Zustimmung seines Oberarztes ambulant (da vor Ostern).
Verordnet wurden zwei starken Antibiotika à 7 Tage mit extremen Nebenwirkungen: Auffällig: etwa 2 Stunden nach erster Einnahme Schüttelfrost. Gleichzeitig bemerkte ich ein so noch nie dagewesenes "Brennen" auf der Bauchdecke. Tags drauf war dies gottseidank verschwunden.
Aber in Folge merkbare Harnstrahlverminderung und Stuhlprobleme - dies über die gesamte Dauer der Antibiotikaeinnahme. Nach drei Tagen schnell Besserung. Stuhlregelung mit Makrogol entsprechend Verordnung. Seltsam, während des ganzen Verlaufes kein Blut im Stuhl.
Nach knapp zwei Wochen Darmspiegelung ohne Befund!
Allerdings stellte der Facharzt bei der Spiegelung eine " deutlich stärkere Adernzeichung" speziell im Enddarm fest.
Ultraschall nach zwei Wochen ebenfalls ohne Befund- der Hausarzt war sehr verwundert...
Nach meiner subjektiven Ansicht:
Entzündungsort unklar - könnte aber mittelfristig Folge der Bestrahlung der Prostataloge/Bauch allgemein (inclusive OP Nähte) sein. Diese Vermutung wurde vom dazu befragte Strahlenarzt nicht ausgeschlossen ( im Darmbereich sind ja auch einige dutzend Gy angekommen). Früher tolerierbare Überlastungen im Darmbereich (z.B Essen, blähende Speisen, mechanische Bewegung, Belastung) können jetzt also unerwartete Folgen haben. Für mich ein Grund zu künftiger Vorsicht- für den Bauchbereich und beim Essen allgemein...

------------------------------------------------------------

PSA: Im weiteren siehe Tabelle:
Erfreulicherweise ab Herbst 2016 dann an die Nachweisgrenze.
---------------------------------------------
AAT Bicalutamid:
Nebenwirkungen wie in "Beurteilungen" beschrieben:
- meist früh leichte Rücken/Schulterschmerzen, verschwinden im Tagesverlauf
- gelegentlich auffällige Müdigkeit (starke Mittagsmüdigkeit)
- Verstärkung der bereits vorhandenen Allergieneigung (siehe oben).
- Verstärkung von Nebenwirkungen, wenn gleichzeitig Antibiotika verordnet werden (!)
- Ab und zu "dicke Beine" (mglw. aufgrund Entfernung einiger Lymphdrüsen) derzeit nicht behandlungsbedürftig lt. Hausarzt.
- Merkbare Zunahme der Brustgröße, früh leichtes "Ziehen", danach und sonst schmerzfrei (Gottseidank sind Nerven i.o.). Die Zunahme der Brustgröße war allerdings zu erwarten, denn laut Literatur sei die Erfolgsquote der Vorabbestrahlung nur um 60 %.
- Auch wie zu erwarten: extreme Beeinträchtigung Libido/Potenz ( hier zusätzlich zum "altersbedingten" Abfall).
----------------------------------------------

Vorausssichtliche Dauer der Therapie mit Bicalutamid:
Entsprechend Leitlinie- lt. Info Urologe wenigstens 2 besser 2 1/2 Jahre "durchhalten" d.h. ohne Unterbrechung.
Ist daher unter Inkaufnahme der Nebenwirkungen zu akzeptieren.
So wie ich es verstanden habe, wäre bei Gleason 9 plus pT3b, R1 eine erweiterte Therapie in jedem Falle besser als eine Unterlassung.
----------------------------------------------

Resümè
(Stand Juni 2017): Positiv, weil
- Langzeitige Unterstützung durch Familie,
- Gute/sehr gute Beratung durch Urologen und durch den Operateur (einschließlich Strahlenärzte).
- in meinem Fall das Rentenalter gerade erreicht war (d.h. Stress des Arbeitslebens entfällt...)
- Kurz/mittelfristige Zielsetzungen nach OP und adjuvanter Bestrahlung (derzeit) wieder machbar bleiben
u.a. Sommer 2016 Kurzurlaube (mit Autofahrten wieder selbst).
Und natürlich (da kam viel Gutes zusammen) gerade letzten März/April 2017 (um Ostern herum) war erstmals wieder ein Langstreckenflug à 15 Stunden (!) via Singapore nach Indonesien (Maluku, ganz im Osten) auf einer der kleinen Inseln dort möglich: Besuch bei guten Freunden... Ein ganz besonderes Erlebnis war natürlich die Osterzeit dort und die Osterfeier in der Dorfkirche (Gereja Prostestan Maluku).
Ansonsten vier Wochen tropisches Klima 30 C° .d.h ohne Klimaanlage (!). Alles gut vertragen. Vielleicht auch, weil dort einfach das landestypische "gesunde Essen" auf dem Tisch stand: Fisch in allen Variationen, Reis, Sago, Gemüse, dazu Papaya, Sirsak).
Das alles motiviert doch sehr für die kommende Zeiten....

- Ergänzend seit Jahresbeginn 2017: Teilnahme an leichtem Sport in einem Verein.
-----------------------------------------------

Aktuell:
PSA im Mai 2017 erneut bei 0,015...
d.h. erfreulicherweise erneut im Grenzbereich.
Damit nächster vom Urologen vorgegebener Kontrolltermin (d.h. wenn keine Besonderheiten) im September 2017.