Traveller



Personalien und Diagnosen

Personalien

Sichtbarer Name: Traveller
Land: Deutschland
Bundesland/Kanton: Sachsen-Anhalt
Geburtsjahr: 1949
Alter: 67
Beruf: Im Ruhestand
Hobbys: Reisen, Lesen, Musik, Sprachen
Meine Homepage:

Daten bei Erstdiagnose

Datum: 26.06.2015
Alter bei Diagnose: 65
PSA: 5.40
Biopsiert? Ja
TUR-P? Nein
Gleason Score: 4 + 4 = 8
TNM-Diagnose: T2c
Bemerkung: Werte aus Biopsie,

Maximal gemessenes Prostatavolumen

Datum: 01.07.2015
PSA: 5.40
Volumen in ml oder cm³: 35

Postoperative pathologische Daten

Datum: 02.07.2015
Gleason Score: 5 + 4 = 9
pTNM-Befund: pT3b pN0 cM0
Schnittränder: R1
p-L-V-P-G-Befunde:
Siehe Bericht vom: 09.07.2015

Prostatakrebs - Behandlungen

** PSA-Wert zu Beginn der Behandlung
von bis PSA** Art Klinik Ort
01.07.15 08.07.15 5.60 Offene OP Diakonissenkrankenhaus Dessau, Klinik für Urologie,Chefarzt Herr Prof. Dr. Rebmann Dessau
30.09.15 17.11.15 0.55 IMRT Universtätsklinikum Magdeburg, Klinik für Strahlentherapie Magdeburg
15.01.16 0.50 HB 1-fach Facharztpraxis xxx für Urologie Magdeburg



Medikamente

NEM = Nahrungsergänzungsmittel
von bis Medikament + NEM Menge / Zeiteinheit
01.01.00 Vitamin E (Beginn: 2000) 1 Kapsel/Tag à 200 I.E. (Optivit forte)
01.03.05 Nebilet lt. Verordnung: 5mg (1Tablette)/Tag
08.06.15 12.06.15 Cyprohexal 1Tablette/Tag (anläßlich Biopsie)
15.01.16 Bicalutamid 150 mg/d
10.07.17 Vitamin D3 2000I.E. d.h. 2 Tablette/Tag, "Vigantoletten"
Menge pro T/W/M/J etc.


PSA-Verlauf    ng/ml    logarithmisch

PSA-Verlauf    ng/ml    linear

PSA-Verdoppelungszeiten in Jahren

Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gestiegen.
Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gesunken.
* Berechnet auf 1, 2, 4 und 8 Perioden rückwärts.

Grenzwert = 3 Jahre


Berechnung der Verdoppelungszeit in Tagen

Verdoppelungszeit in Jahren:
Verdoppelungszeit in Tagen:
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
16.12.99 1.00
26.02.01 1.50 2.05
13.12.04 3.60 3.01 2.70
07.03.07 4.78 5.45 3.60
20.04.07 3.10 -- -- 4.50
07.05.08 4.72 1.73 -- 4.35
19.09.08 3.32 -- 14.35 --
31.03.10 3.94 6.19 -- --
25.03.11 4.63 4.23 5.24 6.79 5.10
21.02.13 4.35 -- 20.30 -- 7.81
23.01.14 4.76 7.08 70.98 10.29 22.63
20.04.15 5.60 5.28 5.92 9.97 35.58
27.08.15 0.59 -- -- -- --
01.12.15 0.50 -- -- -- --
12.03.16 0.03 -- -- -- --
23.05.16 0.02 -- -- -- --
22.08.16 0.02 -- -- --
13.12.16 0.01 -- -- -- --
11.05.17 0.01 -- -- --
           
           
           
           
           
           
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           

Mein Bericht

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Datum Δ 

letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
18.05.2017 0.01 11.05.17
Hinweis in eigener Sache
- "Disclaimer"-
Dies alles - Verlauf, Behandlung und Resumè - ausschließlich aus meiner eigenen Sicht als Patient gesehen. Insbesondere stellt dies keinerlei ärztliche Auskunft, sondern nur die Ansicht einen Betroffenen dar.

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- Zur eigenen Prostatageschichte-
(wie oben erwähnt, aus subjektiver Sicht)

1993 spontane mittlerer Nierenkolik, spontaner Steinabgang ( klein aber scharfkantig, nochmals 1994).
Dazu erstmals Überweisung vom Hausarzt zum Urologen zur Kontrolle.
In diesem Zusammenhang erste Prostatauntersuchung und erste PSA Messung ohne Befund.
In den Folgejahren dann regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Urologen.
Ab etwa 1999 (auf eigene Kosten, da GKV): PSA- Messung(siehe Tabelle)
Ergänzung: In zwei Fällen hatte der Urologe eine zur Kontrolle eine Zweitmessung (dies dann als Kassenleistung) veranlaßt. Ich habe die Werte hier nachträglich in der Tabelle eingefügt.
Lt Urologe wäre alles in Ordnung (sinngemäß: Altersgemäß, man brauche sich keine Sorgen machen).
Die PSA-Werte stiegen 2004 langsam an, blieben aber bis 2014 auf einem "Plateau".

Rückschau:
Ab etwa 2007 wäre eigenes Nachfragen dringendst gewesen, speziell betreffs diverser, aber eben auch höchst zwangslos als "alterstypisch" einzuordnender Beschwerden (u.a. nachts 2 bis 3-mal auf Toilette).
Die Urogenitalgegend war Schmerzfrei (d.h. es bestand kein eigentlicher "Leidensdruck").
Gelegentliche unklare Schmerzen im Hodenbereich z.t. auch Leistenbereich bei langem Sitzen, dazu langsam zunehmende Einschränkungen Libido.
Diese Einschränkung nahmen in den Folgejahren ab etwa 2007 eher "schleichend" zu - "alterstypisch" eben.
Wie gesagt, über die Jahre erfolgte regelmäßige PSA-Bestimmung (vgl Tabelle).
Weiterhin erfolgte als Schwerpunkt die Ultraschalluntersuchung der Nieren plus Tastuntersuchung Prostata, in zwei Fällen ergänzend Tastuntersuchung Hodenbereich ohne Befund. Den von mir genannten gelegentlichen Schmerzen im Leistenbereich wurden vom damaligen Urologen nicht nachgegangen.
Februar 2013: PSA 4,35
Seit 2013: Subjektiv merkbare Funktionseinschränkungen (betreffs Libido und Samenabgang).
Januar 2014: PSA 4,76 (letztmals beim genannten Urologen)
Im 2014 Oktober dann Störungen erstmals in Form sog. "trockene Erektion" auffällig.
Dazu ab Oktober leichte Kopfschmerzen unklarer Herkunft.
Aus verschiedenen Gründen
(berufliche Belastung, auch weil gerade im letzten Arbeitsjahr: (Renteneintritt Anfang 2015) -
erst im Januar 2015 entschloß ich mich zum Arztwechsel, d.h. Wechsel des Urologen.

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Der Januar 2015 neu angefragte Urologe veranlaßte nach Anamnese eine aktuelle PSA Messung, die einen Anstieg verzeichnete. Der Tastbefund war "nicht eindeutig Negativ" (!) wie es der Urologe sehr vorsichtig formulierte.
Verordnet wurde daraufhin Antibiotikabehandlung zum Ausschluß entzündungsbedingter Faktoren und erneute PSA Messung. April 2015: PSA 5.6 ( d.h. zum Wert vor der Antibiotikabehandlung wenig geändert).
In Auswertung wurde zu einer Biopsie geraten, der ich zustimmte.
(Bemerkung: Für mich war im weiteren sehr positiv, daß die Biopsie nach Rückprache mit dem Urologen auf die Zeit unmittelbar nach einem lange geplanten 4-wöchigen Urlaub im fernen Ostindonesien gelegt werden konnte).
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Biopsie am 08.06.2015:
Ambulant. Subjektiv absolut sehr schmerzhafte Angelegenheit im Enddarmbereich. Verlauf regelrecht, nur örtliche Betäubung, dank Antibiotika keine Infektion. Allerdings: 3 Stunden danach ein wohl streßbedingter Blutdruckanstieg auf 180! Etwas Blut im Urin und erheblich im Stuhl. Subjektiv: Mein Enddarm/die betreffene Gegend schien durch die 14 Stanzen kurzzeitig, (d.h. über 6 Stunden hinweg) regelrecht geschockt zu sein. Danach Besserung. Normalisierung Stuhl innerhalb einer Woche. Der Restschmerz im Enddarm war nach 2 Wochen weg, Stuhlgang dann auch wieder regelrecht. Am zweiten Tag nach Biopsie zwei mal kurzzeitigen Beeinsträchtigungen des Harnstrahles- die sich aber mit spontaner Ausschwemmung mehrerer Zusammenballungen von selbst normalisierten.
Auswertung Biopsie erfolgte durch den Urologen eine Woche darauf:
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.........
Aus dem Pathologischen anatomischen Gutachten des Institutes XXX vom 10.06.2015
Mikroskopie:
Erste bis 14.te Prostatastanzbiopsate mit fibromuskulärem Stroma und eingelagert zahlreichen Drüsenverbänden mit teils papillär aufgefaltetem Epithel. Kein Nachweis atypischer Zellverbände. Die Zweireihigkeit des Epithels ist erkennbar. Schütteres , herdförmig akzentuiertzes und lymphoides Entzündungsinfiltrat. In den Stanzen 3, 5, 6, 8, 10, 11, 12, 13,und 14 sind atypische kleindrüsige und auch großdrüsige Proliferate nachweisbar. Rücken an Rücken gelegene Tumorverbände mit hyperchromatischen und pleomorphen Kernen mit zum Teil distinkten Nukleolen.
Stanze 1 (SBR) -
Stanze 2 (SBL) -
Stanze 3 (BR) 5% Infiltration. Gleason-Score 6 (3b+3b)
Stanze 4 (BL) –
Stanze 5 (MR) 10% Infiltration Gleason-Score 8 (4a +4a)
Stanze 6 (ML) 10% Infiltration, Gleason-Score 8 (4a+4a)
Stanze 7 (AR) –
Stanze 8 (AL) 20% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 9 (MLR) –
Stanze 10 (MIL) 80% Infiltration, Gleason-Score 6 (3a+3b)
Stanze 11 (BLR) 5% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 12 (BLL) 10% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 13 (TRR) 80% Infiltration, Gleason- Score 7 (3a+4b)
Stanze 14 (TRL) 30 % Infiltration, Gleason-Score 6 (3b+3b)
Kritischer Befundbericht:
Erste bis 14.te Prostatastanzbiopsate mit Infiltraten eines mittelgradig differenzierten, primären, invasiven Adenokarzinoms der Prostata mit Infiltration von 9/14 Stanzen.
Gleason-Score: 7 (3b+4b)

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Vom behandelnden Urologen wurde nach Abwägung zur offenen OP geraten
(Zweitmeinung: Upgrade auf Gleason 4a +4a = 8 , (9/14),T2c).
Dem Rat der beiden Urologen bin ich letzlich gefolgt - und habe es bis heute nicht bereut!
D.h. ich würde auch heute - und erst recht mit dem heutigen Wissen - (d.h. langsam ansteigender PSA-Verlauf und Post-Operativ Feststellung Gleason 9) absolut dieselbe Entscheidung treffen.
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Die offene OP:
Erfolgte im Prostatazentrum Anhalt/ Äbtissinenkrankenhaus Dessau am 02.07.2015
Die Operation wurde durch Herrn Professor Dr. Rebmann und Team nervschonend -
und nach meiner Überzeugung äußerst sorgfältig durchgeführt.
OP-Dauer: Nach Info mehr als 4 Stunden!
KH- Aufenthaltsdauer: 8 Tage.
Besonderheiten: Trotz subjektiv starken "Stuhldrang" drei Tage gar kein Stuhlgang. Ich hatte den Hinweis befolgt, auf keinen Fall stärker zu "pressen" (wäre auch gar nicht gegangen). Dank "Makrogol" kam der Stuhlgang dann am Montag d.h. 3 Tage nach der OP. Das in Erinnerung subjektiv äußerst positiv, man fühlte sich quasi "wieder über den Berg...." Da seitens der Ärzte auf schnelle "Mobilisierung" Wert gelegt wurde, war ein leichtes Umherwandern erfreulicherweise schon am Tag nach OP erlaubt. Zu bewerkstelligen und manchmal echt schwierig war dabei der Umgang mit Katheder und Drainage (Stolpergefahr!- mit Gefährdung der inwendigen "neuen Verbindung"). Der per Ballon gesicherte Katheder wurde an sich gut vertragen. Allerdings traten regelmäßig (ca. all 2 bis 4 Stunden) leichte bis mittlere, eng begrenzte Krampfe von 20 bis 40 Sekunden im "Schließbereich" auf. Subjektiv gesehen war der Schließmuskel anscheinend mit dem "Fremdkörper" absolut nicht einverstanden. (Dieser Effekt war nach dem Ziehen des Katheders sofort verschwunden). Vor dem Ziehen des Katheders wurde noch eine Dichtheitsprüfung mit Kontrastmittel gemacht. Erwählenswert, da ich auf dem Bildschirm den Sachstand selbst mit ansehen durfte. Und das Besondere: Die Sache blieb dicht!! (Ich dann hatte sorgfältig den Hinweis befolgt, in den ersten Tagen regelmäßig alle zwei Stunden oder öfter auf die Toilette zu gehen - auch Nachts).
Resümè:
Sehr positiv, sowohl die OP als auch die im KH rundherum erhaltene OP- Nachsorge und die (sicher auch aufgrund dieser günstigen Umstände) recht schneller Verheilung der OP-Bauchwunde.
Leider,
während der OP und in Auswertung wurde auf Gleason 9 und pT3b befunden, so daß für die Prognose sowohl von Herrn Professor als auch vom Urologen gleich und ohne Diskussion auf weitere Nachbehandlungen und deren unbestimmtbare Dauer orientiert wurde. So wie ich die Erläuterungen verstanden habe, war einerseits der Kapseldurchbruch (an drei Stellen) und zweitens der (hohe) Gleason 9 entscheidend.
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Dazu hier an dieser Stelle ein Auszug aus dem Laborbericht des Pathologischen Institutes:
Histologie: Schlecht differenziertes Adenokarzinom der Prostata mit kapselüberschreitendem Wachstum sowie Infiltration beider Samenblasen.
Geschätztes Tumorvolumen 30% (6ml).
Primärer Gleasongrad: 5 (70%). Sekundärer Gleasongrad: 4 (30%).
Mikroskopisch: Resektionsrandinfiltration apikal rechts auf einer Strecke von 0,5 mm sowie basal rechts auf einer Strecke von 0,1mm.
Karzinominfiltrierte Absetzung des Ductus deferenz rechts.
Maximaler Gleasongrad am Resektionsrand :4
Kapselanteile am Infiltrierten Resektionsrand: Ja
Lymphknoten rechts: 0/3. Lymphknoten links: 0/2
G3, Gleason 5+4, pT3b, N0(0/5), cM0, L1, V0, Pn1, R1.
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Kur(Anschlußheilbehandlung):
Erfolgte auf Antrag bei der Rentenversicherung. Direkt im Anschluß Juli/August eine 3-wöchige Kur in der auf Prostatapatienten spezialisierten Vogtlandklinik in Bad Elster. (Ltg. Prof. Dr. Zeemann).
Bemerkung: Bin in der GKV (!) über das gesamte Arbeitsleben versichert. Überraschenderweise war ein regelrechter Kampf mit der zuständigen Rentenversicherung (Bundesknappschaft) nötig, sowohl
- zur Klärung der "Zuständigkeit" (!!) als auch
- um eine direkt auf "Prostata" spezialisierte Kureinrichtung zu besuchen zu dürfen.
Der Kurverlauf selbst in der "Vogtlandklinik" d.h. medizinischen Betreuung und den diversen Anwendungen (Schwerpunkt Mobilisierung) war rundum aus meiner Sicht sehr positiv. Positiv auch die Möglichkeit, die Tägliche Arztsprechstunde im Haus nutzen zu können.
Bemerkung zum RehaSport:
Auf meine Bitte hin, starke Schmerzen im Sitzbereich (subjektiv: innerer Enddarmbereich) einen Tag nach (!!) größerer Belastung (egal ob Treppensteigen, Ergometer usw.) wurde nach Rücksprache mit den Sportlehrern das Fahradergometer weggelassen - und auch die Belastung im Fitnessbereich minimiert (d.h. alles was den OP-Bereich tangieren könnte). Damit hatte ich dann und auch im späteren keine weiteren Komplikationen bei der äußeren und inneren OP-Wunden.
Zusammenfassend kann ich somit die "Vogtlandklinik" Bad Elster im Sinne der "Prostatanachsorge" nur bestens weiterempfehlen.
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September 2015: Postoperativ ein schöner Abfall des PSA: 0,55 ( d.h. 2 Monate nach OP. Eine früherer Messung wurde vom Urologen als auch vom Operateur als nicht aussagekräftig erachtet).
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Adjuvante Bestrahlung der Prostataloge:
Oktober und November 2015 im Uniklinikum Magdeburg.
"Tomotherapie" mit 6 MV-Photonen in Schritten à 2 Gy. Summe im Zielbereich 70 Gy (!). Laufend täglich außer Sonntag. Zuvor CT- gestützte 3-D-Planung.
Gute Beratung durch die Strahlenärzte und freundliches Personal. Auf Anfrage konnte ich beim Strahlenphysiker vorab den Bestrahlungsplan einsehen. Man versteht, daß auch bei größtmöglicher Konzentrierung auf die Prostataloge der direkt benachbarte Enddarmabschnitt (!) eine erhebliche, und auch weitere umliegende Organe eine zwar geringere aber nicht unerhebliche Dosis abbekommen
Vom Strahlenarzt erhielt ich abschließend den (lebens)wichtigen Hinweis, bei allen unklaren Problemen im Bauchbereich dies in jedem Falle zeitnah fachärztlich abklären zu lassen.
Nebenwirkungen:
Zunächt keine, aber dann nach einer Woche leichte Bindehautentzündung beider Augen (ob ein Zusammenhang besteht weiß ich nicht) .Nach etwa 10 Bestrahlungen, wie erwartet gesteigerter Harndrang und drastische (!) Reduzierung der Urin-Haltemenge (zuletzt nur 30 bis 50 ml!!).
Weiterhin wie erwartet im 2. Drittel der Bestrahlungszeit progressiv zunehmende Enddarmprobleme. Zum Glück waren dann bald die in Summe geplanten 35 Bestrahlungen erreicht.
Die Enddarmprobleme (medizinisch: "leichtgradige Defektionsbeschwerden") waren in meinem Fall innerhalb eines Monats schnell abnehmend und nach einem Jahr nicht mehr auffällig.
Ich war heilfroh, letztlich dem Rat der Urologen zur offenen OP gefolgt zu sein.
Eine kurative Bestrahlung mit einer 1/3 höheren Enddosis hätte vermutlich wesentlich höhere "statistische" Nebenwirkungen gehabt.
(Die "stochastischen Nebenwirkungen" der Teilkörperbestrahlung klammere ich hier in diesen Betrachtungen mal ganz aus...).
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Nach adjuvanten Bestrahlung der Prostataloge erfolgte im Dezember 2015/ Januar 2016 eine Zweitkur. (Anschlußheilbehandlung)
Erneut erheblicher Kampf mit der zuständigen Rentenversichung, die aus Kostengründen eine Wohnortnahe aber eben nicht auf Prostata spezialisierte Kureinrichtung preferierte.
Erfreulicherweise war nach erneuter Intervention bei der zuständigen Rentenversicherung die Kur dann doch wieder im "Vogtlandklinikum" Bad Elster möglich.
Erneut aus meiner Sicht dort alles positiv, gerade auch von den Kuranwendungen her ("Beckenbodentraining" usw.) Gerade nach der Bestrahlung war es für mich wichtig, das sich das Haltevermögen des Blasenmuskels wieder normalisieren konnte.
Ich denke das "Beckenbodentraining" und auch das Wandern hat sich positiv ausgewirkt.
Dazu kommt die Kurkarte für die dortige Heilquelle - und natürlich deren mineralsalzhaltiges Heilwasser...
Dass sich damals der große Johann Wolfgang von Goethe positiv über das "saure Heilwasser" der Elsterquelle ausgesprochen hat ( in "Herrmann und Dorothea") sei hier am Rande erwähnt.

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PSA- Kontrolle: Januar 2016 PSA: 0,5 ng/ml. (leider nur geringer PSA -Verminderung...dies war aber ein schwerwiegendes Argument für die geplante Behandlung mit Bicalutamitd )

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Gleich danach im Januar 2016 adjuvante Bestrahlung der Mammae mit je 4 Gy (Elektronenfeld am Beschleuniger) in 3 Sitzungen insgesamt 12 Gy zur Vorbereitung auf die weitere Behandlung.
Januar 2016: Start der Behandlung mit 150 mg Bicalutamid/Tag.
März 2016 d.h. nach 2 1/2 Monaten BICA: PSA ist nun auf 0,026 ng/ml gefallen. Erfreulich...

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Allerdings:
Vermutlich hatte auch schon die adjuvante Bestrahlung der Prostataloge und drumherum eine verstärkte verbleibender Bauchempfindlichkeit zur Folge.
Im März 2016 (d.h. vier Monate nach Bestrahlung) kam es - beginnend mit leichten Bauchschmerzen - unvermittelt zu einer "schweren einfache Divertikulitis".
Subjektiv -zumindest vom der Zeitschiene her -
könnte dies durch die adjuvante Bestrahlung induziert worden sein.
Da sich das "Bauchproblem" ausgerechnet vor Ostern manifestierte, mußte ich zur UNI- Notambulanz.
Dort rette mich einzig allein der Hinweis auf die adjuvante 70 Gy- Bestrahlung! Ansonsten wäre ich vom Eingangspersonal mit Hinweis auf Überfüllung ("was: nur leichte Bauchschmerzen?") gnadenlos wieder weggeschickt worden! Also Blutentnahme. Der Assistenzarzt wurde nach Blutbildansicht (Entzündungsparamter) sehr ernst und veranlaßte (Mitternachts!) sofortige Ultraschallkontrolle: Leider positiver Befund. Er behandelte mich mit Zustimmung seines Oberarztes ambulant (da vor Ostern).
Verordnet wurden zwei starken Antibiotika à 7 Tage mit extremen Nebenwirkungen: Auffällig: etwa 2 Stunden nach erster Einnahme Schüttelfrost. Gleichzeitig bemerkte ich ein so noch nie dagewesenes "Brennen" auf der Bauchdecke. Tags drauf war dies gottseidank verschwunden.
Aber in Folge merkbare Verminderung der Harnstrahlstärke und Stuhlprobleme - dies über die gesamte Dauer der Antibiotikaeinnahme. Nach drei Tagen schnell Besserung. Stuhlregelung mit Makrogol entsprechend Verordnung. Seltsam, während des ganzen Verlaufes kein (!) Blut im Stuhl.
Nach knapp zwei Wochen Darmspiegelung ohne Befund (!)
Allerdings stellte der Facharzt bei der Spiegelung eine " deutlich stärkere Adernzeichung" speziell im Enddarm fest.
Seitens Hausarzt Ultraschall nach zwei Wochen ebenfalls ohne Befund- der Hausarzt war sehr verwundert...
Nach meiner subjektiven Ansicht:
Entzündungsort unklar - könnte aber mittelfristig Folge der Bestrahlung der Prostataloge/Bauch allgemein (inclusive OP Nähte) sein. Diese Vermutung wurde vom nachträglich dazu befragte Strahlenarzt nicht ausgeschlossen ( im Darmbereich sind ja auch einige dutzend Gy angekommen). Früher tolerierbare Überlastungen im Darmbereich (z.B Essen, blähende Speisen, mechanische Bewegung, Belastung) können jetzt also unerwartete Folgen haben. Für mich ein Grund zu künftiger Vorsicht- für den Bauchbereich und beim Essen allgemein...

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PSA:
Erfreulicherweise ab Herbst 2016 dann lt Labor an der Nachweisgrenze, d.h. PSA: kleiner 0,015. (Vgl. Tabelle)
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Antiandrogene Behandlung mit Bicalutamid:
Nebenwirkungen wie in "Beurteilungen" beschrieben:
- Verminderung des Harnstrahls (Subjektiv: Verminderung Strahlstärke auf 2/3 nach 1 1/2 Jahren Bica)
- meist früh leichte Rücken/Schulterschmerzen, verschwinden im Tagesverlauf
- gelegentlich auffällige Mittagsmüdigkeit.
- Verstärkung der bereits vorhandenen Allergieneigung (siehe oben).
- Verstärkung von Nebenwirkungen, wenn wegen anderer Erkrankungen gleichzeitig Antibiotika verordnet werden (!)
- Ab und zu "dicke Beine" derzeit nicht behandlungsbedürftig lt. Hausarzt.
- Merkbare Zunahme der Brustgröße beidseitig, früh beim Aufstehen leichter Schmerz als "Ziehen", danach und schmerzfrei (Gottseidank sind Nerven i.o.). Die "Zunahme der Brustgröße" war allerdings zu erwarten, denn laut Literatur sei die Erfolgsquote der Vorabbestrahlung nur um 60 % (wobei aus der Literatur nur ein ja/nein zu entnehmen ist- man kann annehmen, daß es in meinem Fall ohne Bestrahlung extremer geworden wäre)
- Auch wie erwartet: extreme Beeinträchtigung Libido/Potenz (hier zusätzlich zum "altersbedingten" Abfall).
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Vorausssichtliche Dauer der Therapie mit Bicalutamid:
Entsprechend Leitlinie-
lt. Info Urologe wenigstens 2 besser 2 1/2 Jahre "durchhalten" d.h. ohne Unterbrechung.
Ist daher unter Inkaufnahme der Nebenwirkungen zu akzeptieren.
So wie ich es verstanden habe, wäre bei Gleason 9 plus pT3b, R1 eine erweiterte Therapie in jedem Falle besser als eine Unterlassung.
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Aktuell:
- PSA im Mai 2017 erneut bei 0,015...
d.h. erfreulicherweise erneut im Grenzbereich.
Damit nächster vom Urologen vorgegebener Kontrolltermin (d.h. wenn keine Besonderheiten) im September 2017.

Ende Juni 2017:
Auf eigenen Wunsch Knochendichtemessung (á 35 Euro, selbst zu Bezahlen).
Positive Nachricht vom Orthopäden: Der Meßwert ("BMD"-Index) liegt altersentsprechend "Gut" d.h. im "blauen Bereich".
Gemessen wird (per schwachem Röntgenlicht) an den Rückenwirbeln L1 bis L4 und am rechten Femur (Oberschenkelhalsknochen). Interessant auch die Empfehlungen (u.a.: 30 Min Sonnenlichtexposition an Armen und Gesicht....oder Supplementierung (!) von 800- 2000IE Vitamin D3 oral täglich...)
Summar: Brauche nicht vor zwei oder drei Jahren wiederkommen!
Damit kann aus wenigstens aus dieser Sicht die antiandrogene Behandlung mit Bicalutamid weitergehen....

Stand Juli 2017: Kontinienz ist erfreulicherweise unverändert erhalten.
Problem: Haltemenge im Mittel von 100 bis 200 ml. (max. etwa 250 ml) Aus Erfahrung versuche ich bei Harndrang, baldmöglichst bzw alle 3 Stunden zur Toilette zu kommen. Falls nicht, passierte es, daß der "Öffnungsmechanismus" für eine gewisse Zeit quasi unliebsam beeinträchtigt war d.h. Schwierigkeiten beim Öffnen. (Dazu passt, das im "Beckenbodentraining" in der Kur mehrfach darauf hingewiesen wurde, daß man den Schließmuskel keinen Fall überlasten sollte)
Gewicht: Seit OP Unverändert.

Resümè
(Stand Juli 2017): Positiv, weil
- Langzeitige Unterstützung durch Umfeld,
- Gute Beratung durch Urologen und durch den Operateur (einschließlich Strahlenärzte).
- ...in meinem Fall das Rentenalter gerade erreicht war (d.h. Stress des Arbeitslebens entfällt...)
- Kurz/mittelfristige Zielsetzungen nach OP und adjuvanter Bestrahlung (derzeit) wieder machbar bleiben
u.a. Sommer 2016 Wochenendkurzurlaube (mit Autofahrten wieder selbst).
Und natürlich (da kam viel Gutes zusammen) im März/April 2017 (um Ostern herum) war erstmals wieder ein Langstreckenflug à 15 Stunden (!) via Singapore nach Indonesien (Maluku, ganz im Osten) auf einer der kleinen Inseln dort möglich: Besuch bei guten Freunden... Ein ganz besonderes Erlebnis war natürlich die Osterzeit dort und die Osterfeier in der Dorfkirche (Gereja Prostestan Maluku). Vier Wochen tropisches Klima um 30 C° und geschätzten 90 % Luftfeuchte, auf einer Insel ohne Klimaanlage (!). Alles gut vertragen. Vielleicht auch, weil dort einfach das landestypische (gesunde) Essen auf dem Tisch stand: Fisch in allen Variationen, Reis, Sago, Gemüse, dazu Papaya, Sirsak - und alles ohne die hierzulande anzutreffenden Zusatz/Konservierungsstoffe....(mit einer Ausnahme: das in der chinesischen Küche verwendete Glutamat)
Das motiviert doch sehr für die kommende Zeiten....

- Ergänzend seit Jahresbeginn 2017:
Teilnahme an Sport in einem Verein: Schwerpunkt Bewegung und Koordinierung.
Rundrum erstaunlich positiv (bis auf den Muskelkater.....)
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