Traveller



Personalien und Diagnosen

Personalien

Sichtbarer Name: Traveller
Land: Deutschland
Bundesland/Kanton: Sachsen-Anhalt
Geburtsjahr: 1949
Alter: 67
Beruf: Im Ruhestand
Hobbys: Reisen, Lesen, Musik, Sprachen
Meine Homepage:

Daten bei Erstdiagnose

Datum: 26.06.2015
Alter bei Diagnose: 65
PSA: 5.40
Biopsiert? Ja
TUR-P? Nein
Gleason Score: 4 + 4 = 8
TNM-Diagnose: T2c
Bemerkung: Werte aus Biopsie,

Maximal gemessenes Prostatavolumen

Datum: 01.07.2015
PSA: 5.40
Volumen in ml oder cm³: 35

Postoperative pathologische Daten

Datum: 02.07.2015
Gleason Score: 5 + 4 = 9
pTNM-Befund: pT3b pN0 cM0
Schnittränder: R1
p-L-V-P-G-Befunde:
Siehe Bericht vom: 09.07.2015

Prostatakrebs - Behandlungen

** PSA-Wert zu Beginn der Behandlung
von bis PSA** Art Klinik Ort
01.07.15 08.07.15 5.60 Offene OP Zentrum für Urologie XXX XXXX
30.09.15 17.11.15 0.55 IMRT Universtätsklinikum XXX XXX
15.01.16 0.50 HB 1-fach Facharztpraxis xxx für Urologie XXX



Medikamente

NEM = Nahrungsergänzungsmittel
von bis Medikament + NEM Menge / Zeiteinheit
01.01.00 Vitamin E (Beginn: 2000) 1 Kapsel/Tag à 200 I.E. (Optivit forte)
01.03.05 Nebilet lt. Verordnung: 5mg (1Tablette)/Tag
08.06.15 12.06.15 Cyprohexal 1Tablette/Tag (anläßlich Biopsie)
15.01.16 Bicalutamid 150 mg/d
10.07.17 Vitamin D3 2000I.E. d.h. 2 Tablette/Tag, "Vigantoletten"
Menge pro T/W/M/J etc.


PSA-Verlauf    ng/ml    logarithmisch

PSA-Verlauf    ng/ml    linear

PSA-Verdoppelungszeiten in Jahren

Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gestiegen.
Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gesunken.
* Berechnet auf 1, 2, 4 und 8 Perioden rückwärts.

Grenzwert = 3 Jahre


Berechnung der Verdoppelungszeit in Tagen

Verdoppelungszeit in Jahren:
Verdoppelungszeit in Tagen:
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
16.12.99 1.00
26.02.01 1.50 2.05
13.12.04 3.60 3.01 2.70
07.03.07 4.78 5.45 3.60
20.04.07 3.10 -- -- 4.50
07.05.08 4.72 1.73 -- 4.35
19.09.08 3.32 -- 14.35 --
31.03.10 3.94 6.19 -- --
25.03.11 4.63 4.23 5.24 6.79 5.10
21.02.13 4.35 -- 20.30 -- 7.81
23.01.14 4.76 7.08 70.98 10.29 22.63
20.04.15 5.60 5.28 5.92 9.97 35.58
27.08.15 0.59 -- -- -- --
01.12.15 0.50 -- -- -- --
12.03.16 0.03 -- -- -- --
23.05.16 0.02 -- -- -- --
22.08.16 0.02 -- -- --
13.12.16 0.01 -- -- -- --
11.05.17 0.01 -- -- --
25.09.17 0.01 0.77 1.61 -- --
           
           
           
           
           
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           

Mein Bericht

Übersetzen auf:
Englisch    
Französisch    
Spanisch    

Datum Δ 

letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
18.05.2017 0.01 11.05.17
- "Disclaimer"-
Dies alles - Verlauf, Behandlung usw.- ausschließlich aus meiner eigenen subjektiven (!) Sicht als Patient gesehen. Insofern stellt Nachstehendes keinerlei ärztliche Auskunft, sondern nur die Ansicht einen Betroffenen dar.

Aktualisierung am 24.08.2017 - "als Patient"-
Mein Dank an alle an der Diagnose, OP und Behandlung beteilligten Ärzte/Mediziner.
Da `myprostate(AD)de` eine "offene Seite" ist, hier leider nur anonym d.h. ohne weitere Namensnennung.

-------------------------------------------
Zur eigenen Prostatageschichte:
-------------------------------------------
1993 spontane mittlerer Nierenkolik,
(spontaner Steinabgang, klein aber scharfkantig, dasselbe nochmals 1994).
Somit Überweisung vom Hausarzt zum Urologen zur Kontrolle.
Damit erste Prostatauntersuchung plus PSA-Messung ohne Befund.
In den Folgejahren dann regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Urologen.
Ab etwa 1999 (auf eigene Kosten, da GKV):
PSA- Messung(siehe Tabelle) In zwei Fällen hatte der Urologe eine zur Kontrolle eine Zweitmessung (dies dann als Kassenleistung) veranlaßt.
Lt. Urologe wäre alles in Ordnung (im Sinne "watchful waiting"): alles sei altersgemäß, man brauche sich keine Sorgen machen. Die PSA-Werte stiegen 2004 langsam an, blieben aber bis 2014 auf einem "Plateau". Die Urogenitalgegend war Schmerzfrei, d.h. es bestand kein eigentlicher "Leidensdruck".

Rückschau:
--------------
Ab etwa 2007 wäre eigenes Nachfragen dringendst notwendig gewesen, speziell betreffs der zwangslos als "alterstypisch" einzuordnender Beschwerden (u.a.: nachts 2 bis 3-mal auf Toilette, gelegentliche unklare Schmerzen im Hodenbereich z.t. auch Leistenbereich rechts bei langem Sitzen, dazu langsam zunehmende Einschränkungen Libido).
Diese Einschränkung nahmen in den Folgejahren ab etwa 2007 eher "schleichend" zu - "alterstypisch" eben.
Regelmäßige PSA-Bestimmung erfolgte, Werte siehe Tabelle.
Dazu: Ultraschalluntersuchung der Nieren plus Tastuntersuchung Prostata (in zwei Fällen ergänzend Tastuntersuchung im Hodenbereich o.B.).
Den von mir erwähnten gelegentlichen Schmerzen im Leistenbereich wurden vom damaligen Urologen nicht nachgegangen.
Februar 2013: PSA 4,35
Seit 2013: Subjektiv merkbare Funktionseinschränkungen.
Januar 2014: PSA 4,76 (letztmals beim genannten Urologen)
Im 2014 Oktober dann Funktionsstörungen erstmals eindeutig in Form der sog. "trockene Erektion".
Dazu ab Oktober gelegentlich leichte Kopfschmerzen unklarer Herkunft.
Aus verschiedenen Gründen
(berufliche Belastung, da gerade im letzten Arbeitsjahr d.h. Renteneintritt Anfang 2015) -
erst Januar 2015 entschloß ich mich zum Arztwechsel, d.h. Wechsel des Urologen.

-------------------------------------------
Januar 2015: neu angefragter Urologe.
Tastbefund Prostata: "nicht eindeutig Negativ" .
Daraufhin Antibiotikabehandlung und erneute PSA Messung.
April 2015: PSA 5.6. (Januar 2014 war 4,76)
In Auswertung wurde zu einer Biopsie geraten, der ich zustimmte.

-------------------------------------------
Biopsie am 08.06.2015:
Ambulant. Subjektiv absolut sehr schmerzhafte Angelegenheit im Enddarmbereich.
Verlauf regelrecht, nur örtliche Betäubung, dank Antibiotika keine Infektion. Allerdings: 3 Stunden danach ein streßbedingter Blutdruckanstieg auf 180! Etwas Blut im Urin und erheblich im Stuhl. Mein Enddarm bzw. die betreffene Gegend schien durch die 14 Stanzen kurzzeitig, (d.h. über 6 Stunden hinweg) regelrecht geschockt zu sein. Besserung dann ab 4 h nach Biopsie. Normalisierung Stuhl innerhalb einer Woche. Der Restschmerz im Enddarm war nach 2 Wochen weg, Stuhlgang war dann auch wieder regelrecht. Am zweiten Tag nach Biopsie zwei mal kurzzeitigen Beeinsträchtigungen des Harnstrahles- die sich aber mit spontaner Ausschwemmung mehrerer Zusammenballungen("Propfen") von selbst normalisierten.
-----------------------
Aus dem Pathologischen anatomischen Gutachten des Institutes XXX vom 10.06.2015
Mikroskopie:
Erste bis 14.te Prostatastanzbiopsate mit fibromuskulärem Stroma und eingelagert zahlreichen Drüsenverbänden mit teils papillär aufgefaltetem Epithel. Kein Nachweis atypischer Zellverbände. Die Zweireihigkeit des Epithels ist erkennbar. Schütteres , herdförmig akzentuiertzes und lymphoides Entzündungsinfiltrat. In den Stanzen 3, 5, 6, 8, 10, 11, 12, 13,und 14 sind atypische kleindrüsige und auch großdrüsige Proliferate nachweisbar. Rücken an Rücken gelegene Tumorverbände mit hyperchromatischen und pleomorphen Kernen mit zum Teil distinkten Nukleolen.
Stanze 1 (SBR) -
Stanze 2 (SBL) -
Stanze 3 (BR) 5% Infiltration, Gleason-Score 6 (3b+3b)
Stanze 4 (BL) –
Stanze 5 (MR) 10% Infiltration, Gleason-Score 8 (4a +4a)
Stanze 6 (ML) 10% Infiltration, Gleason-Score 8 (4a+4a)
Stanze 7 (AR) –
Stanze 8 (AL) 20% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 9 (MLR) –
Stanze 10 (MIL) 80% Infiltration, Gleason-Score 6 (3a+3b)
Stanze 11 (BLR) 5% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 12 (BLL) 10% Infiltration, Gleason-Score 7 (3b+4b)
Stanze 13 (TRR) 80% Infiltration,Gleason- Score 7 (3a+4b)
Stanze 14 (TRL) 30% Infiltration, Gleason-Score 6 (3b+3b)
Kritischer Befundbericht:
Erste bis 14.te Prostatastanzbiopsate mit Infiltraten eines mittelgradig differenzierten, primären, invasiven Adenokarzinoms der Prostata mit Infiltration von 9/14 Stanzen.
Gleason-Score: 7 (3b+4b)

-------------------------
Vom behandelnden Urologen XXX wurde nach Abwägung zur "offenen OP" geraten
(Zweitmeinung: Upgrade auf Gleason 4a +4a = 8 , (9/14),T2c).
Resümè: Richtige Entscheidung!
-------------------------------

Die offene OP Erfolgte im Prostatazentrum XXYY am 02.07.2015
Die Operation wurde nervschonend. Nach meiner Überzeugung äußerst sorgfältig.
OP-Dauer: Nach Info mehr als 4 Stunden. KH- Aufenthaltsdauer: 8 Tage.
Besonderheiten: Trotz subjektiv starken "Stuhldrang" drei Tage gar kein Stuhlgang. Es kam der Hinweis, auf keinen Fall stärker zu "pressen" (wäre auch gar nicht gegangen). Dank "Makrogol" kam der Stuhlgang dann am Montag d.h. 3 Tage nach der OP. Für mich subjektiv äußerst positiv. Man fühlte sich quasi "wieder über den Berg...."
Da seitens der Ärzte auf schnelle "Mobilisierung" Wert gelegt wurde, war ein leichtes Umherwandern erfreulicherweise schon am Tag nach OP erlaubt. Zu Bewerkstelligen und manchmal echt schwierig war dabei der Umgang mit Katheder und Drainage (Stolpergefahr mit Gefährdung der inwendigen "neuen Verbindung"). Der per Ballon gesicherte Katheder funktionierte wie erwartet, allerdings trat regelmäßig (ca. all 2 bis 4 Stunden) ein leichter bis mittlere, eng begrenzte Krampf (subjektiv von 20 Sekunden) im "Schließbereich" auf. Subjektiv gesehen war der Schließmuskel mit dem "Fremdkörper" absolut nicht einverstanden. Dieser Effekt war nach dem Ziehen des Katheders sofort verschwunden.
Vor dem Ziehen des Katheders wurde eine Dichtheitsprüfung mit Kontrastmittel gemacht.
Die Sache blieb erfreulicherweise dicht....Ich hatte sorgfältig den Hinweis befolgt, in den ersten Tagen regelmäßig alle zwei Stunden oder öfter auf die Toilette zu gehen - auch Nachts (!).
Resümè: Positiv , auch die im KH rundherum erhaltene OP- Nachsorge.
Leider, während der OP und in Auswertung wurde auf Gleason 9 plus (!) pT3b befunden.
So daß für die Prognose sowohl von Herrn Professor als auch vom Urologen gleich und ohne Diskussion auf weitere Nachbehandlungen und deren unbestimmtbare Dauer orientiert wurde.
( Ausschlaggebend der Kapseldurchbruch (an drei Stellen) und der (hohe) Gleason 9).
---------------------------
Hier an dieser Stelle ein Auszug aus dem Laborbericht des Pathologischen Institutes XXX:
Histologie: Schlecht differenziertes Adenokarzinom der Prostata mit kapselüberschreitendem Wachstum sowie Infiltration beider Samenblasen.
Geschätztes Tumorvolumen 30% (6ml).
Primärer Gleasongrad: 5 (70%). Sekundärer Gleasongrad: 4 (30%).
Mikroskopisch: Resektionsrandinfiltration apikal rechts auf einer Strecke von 0,5 mm sowie basal rechts auf einer Strecke von 0,1mm.
Karzinominfiltrierte Absetzung des Ductus deferenz rechts.
Maximaler Gleasongrad am Resektionsrand :4
Kapselanteile am Infiltrierten Resektionsrand: Ja
Lymphknoten rechts: 0/3. Lymphknoten links: 0/2
G3, Gleason 5+4, pT3b, N0(0/5), cM0, L1, V0, Pn1, R1.
-----------------------------

Kur(Anschlußheilbehandlung AHB):
Erfolgte auf Antrag bei der Rentenversicherung. Direkt im Anschluß Juli/August eine 3-wöchige Kur in der auf Prostatapatienten spezialisierten Vogtlandklinik in Bad Elster.
Obwohl ich über das ganze Arbeitsleben (Bemerkung: in Deutschland) bei der GKV versichert bin (!!!) war im Vorlauf der Kur ein regelrechter Kampf mit der zuständigen Rentenversicherung nötig, sowohl
- zur Klärung der "Zuständigkeit" (dh eigenes Nachgraben in den Vorschriften wurde erforderlich) als auch
- um eine direkt auf "Prostata" spezialisierte Kureinrichtung zu besuchen zu dürfen.
Der Kurverlauf selbst, d.h. medizinischen Betreuung und den diversen Anwendungen (Schwerpunkt Mobilisierung) war rundum aus meiner Sicht sehr positiv, u.a. auch die Möglichkeit, die tägliche Arztsprechstunde im Haus nutzen zu können.
Bemerkung zum RehaSport: Auf meine Bitte hin, da starke Schmerzen im Sitzbereich (subjektiv: Bereich innerer Enddarmbereich) und zwar immer erst einen Tag nach (!!) größerer Belastung (egal, ob Treppensteigen, Ergometer usw.) wurde nach Rücksprache mit den Sportlehrern das Fahradergometer weggelassen - und auch die Belastung im Fitnessbereich minimiert (d.h. alles, was den OP-Bereich tangieren könnte). Damit hatte ich dann und auch im späteren keine weiteren Komplikationen bei der äußeren und inneren OP-Wunden.

----------------------------------------
September 2015: Postoperativ ein Abfall des PSA: 0,55 (d.h. 2 Monate nach OP). Eine früherer Messung wurde vom Urologen als auch vom Operateur als nicht aussagekräftig erachtet. Damit weitere Maßnahmen wie geplant.
----------------------------------------

Adjuvante Bestrahlung der Prostataloge:
Oktober und November 2015 im Uniklinikum XXXX.
"Tomotherapie" mit 6 MV-Photonen in Schritten à 2 Gy. Summe im Zielbereich 70 Gy (!). Laufend täglich außer Sonntag. Vorab CT- gestützte 3-D-Planung.
Gute Beratung durch die Strahlenärzte und freundliches Personal. Auf Anfrage konnte ich beim Strahlenphysiker vorab den Bestrahlungsplan einsehen. Man versteht, daß auch bei größtmöglicher Konzentrierung auf die Prostataloge der direkt benachbarte Enddarmabschnitt (!) eine erhebliche, und auch weitere umliegende Organe eine zwar geringere, aber nicht unerhebliche Dosis abbekommen
Vom Strahlenarzt erhielt ich abschließend den (lebens)wichtigen Hinweis, bei allen unklaren Problemen im Bauchbereich dies in jedem Falle zeitnah fachärztlich abklären zu lassen.
Nebenwirkungen:
Zunächt keine, aber dann nach einer Woche leichte Bindehautentzündung beider Augen (ob ein Zusammenhang besteht weiß ich nicht) .Nach etwa 10 Bestrahlungen, wie erwartet gesteigerter Harndrang und drastische (!) Reduzierung der Urin-Haltemenge (zuletzt max. 50 ml!!).
Weiterhin wie erwartet im 2. Drittel der Bestrahlungszeit progressiv zunehmende Enddarmprobleme. Zum Glück waren dann die in Summe geplanten 35 Bestrahlungen erreicht.
Die (medizinisch)"leichtgradige Defektionsbeschwerden") waren in meinem Fall innerhalb eines Monats abnehmend und nach einem Jahr nicht mehr auffällig.
Ich war heilfroh, letztlich dem Rat der Urologen zur offenen OP gefolgt zu sein.
Eine kurative Bestrahlung mit einer 1/3 höheren Enddosis hätte vermutlich wesentlich höhere "statistische" Nebenwirkungen gehabt.
(Die "stochastischen Nebenwirkungen" der Teilkörperbestrahlung klammere ich hier in diesen Betrachtungen mal ganz aus...).
------------------------------------------

Nach adjuvanten Bestrahlung der Prostataloge erfolgte im Dezember 2015/ Januar 2016 eine Zweitkur. (Anschlußheilbehandlung)
Erfreulicherweise war nach erneuter Intervention bei der zuständigen Rentenversicherung die Kur dann doch wieder im og. "Vogtlandklinikum" Bad Elster möglich.
Erneut aus meiner Sicht dort alles positiv, gerade auch von den Kuranwendungen her ("Beckenbodentraining" usw.) Gerade nach der Bestrahlung war es für mich wichtig, das sich das Haltevermögen des Blasenmuskels wieder normalisieren konnte.
Ich denke, das "Beckenbodentraining" und auch das Wandern hat sich positiv ausgewirkt.
Dazu kommt die Kurkarte für die dortige Heilquelle - und natürlich deren mineralsalzhaltiges Heilwasser...
Dass sich damals der große Johann Wolfgang von Goethe positiv über das "saure Heilwasser" der Elsterquelle ausgesprochen hat ( in "Herrmann und Dorothea") sei hier am Rande erwähnt.

---------------------------------------------------

PSA- Kontrolle: Januar 2016 PSA: 0,5 ng/ml , leider nur geringer PSA -Verminderung:
-->Ein schwerwiegendes Argument für die bereits geplante Behandlung mit Bicalutamid.

---------------------------------------------------
Daher im Januar 2016 adjuvante Bestrahlung der Mammae mit je 4 Gy (Elektronenfeld am Beschleuniger) in 3 Sitzungen insgesamt 12 Gy zur Vorbereitung auf die weitere Behandlung.
Januar 2016: Start der Behandlung mit 150 mg Bicalutamid/Tag.
März 2016 d.h. nach 2 1/2 Monaten BICA:
PSA ist nun auf 0,026 ng/ml gefallen. Erfreulich...

---------------------------------------------
Allerdings: Im März 2016 (d.h. vier Monate nach Bestrahlung) kam es - beginnend mit leichten Bauchschmerzen - unvermittelt zu einer "schweren einfachen Divertikulitis".
Vom der Zeitschiene her könnte dies durch die adjuvante Bestrahlung induziert worden sein.
Da sich das "Bauchproblem" ausgerechnet vor Ostern manifestierte, mußte ich zur UNI- Notambulanz.
Dort "rettete" mich der Hinweis auf die adjuvante 70 Gy- Bestrahlung! Ansonsten wäre ich vom Eingangspersonal mit Hinweis auf Überfüllung ("was: nur leichte Bauchschmerzen?") gnadenlos wieder weggeschickt worden(!!). Der Assistenzarzt wurde nach Blutbildansicht (Entzündungsparamter) sehr ernst und veranlaßte (Mitternachts!) sofortige Ultraschallkontrolle: Leider positiver Befund. Er behandelte mich mit Zustimmung seines Oberarztes ambulant (da vor Ostern).
Verordnet wurden zwei starken Antibiotika à 7 Tage mit extremen Nebenwirkungen: Auffällig: etwa 2 Stunden nach erster Einnahme Schüttelfrost. Gleichzeitig bemerkte ich ein so noch nie dagewesenes "Brennen" auf der Bauchdecke. Tags drauf war dies gottseidank verschwunden.
Aber in Folge merkbare Verminderung der Harnstrahlstärke und Stuhlprobleme - dies über die gesamte Dauer der Antibiotikaeinnahme. Nach drei Tagen schnell Besserung. Stuhlregelung mit Makrogol entsprechend Verordnung. Seltsam, während des ganzen Verlaufes kein (!!) Blut im Stuhl.
Noch seltsamer, (aber erfreulich) nach knapp zwei Wochen Darmspiegelung ohne Befund (!!)
Allerdings stellte der Facharzt bei der Spiegelung eine " deutlich stärkere Adernzeichung" speziell im Enddarm fest.
Seitens Hausarzt erneut Ultraschall. Nach zwei Wochen ebenfalls ohne Befund- der Hausarzt war sehr verwundert...
Entzündungsort im Bauchbereich könnte somit eine mittelfristige Folge der Bestrahlung der Prostataloge bzw. Bauch allgemein (inclusive OP-Nähte) sein. Diese Vermutung wurde vom nachträglich dazu befragte Strahlenarzt nicht ausgeschlossen (im Darmbereich sind ja nun einige Dutzend Gy angekommen). Früher tolerierbare Überlastungen im Darmbereich (z.B Essendruck, spez. blähende Speisen, mechanische Bewegung, Belastung) können jetzt also unerwartete Folgen haben. Für mich ein Grund zu künftiger Vorsicht- (Bauchbereich, beim Essen allgemein...)

------------------------------------------------------------
PSA:
Herbst 2016: lt. Labor an der "Nachweisgrenze" d.h. PSA: kleiner 0,015. (Vgl. Tabelle)
---------------------------------------------
Bisherige Nebenwirkungen der Antiandrogene Behandlung mit Bicalutamid:
(Vgl. Tabelle "Beurteilungen"):
- Verminderung des Harnstrahls (Subjektiv: Verminderung Strahlstärke auf 2/3 nach 1 1/2 Jahren Bica)
- meist früh leichte Rücken/Schulterschmerzen, verschwinden im Tagesverlauf
- Verstärkung von Nebenwirkungen, wenn wegen anderer Erkrankungen gleichzeitig Antibiotika verordnet werden (!)
- Merkbar "dicke Beine", derzeit nicht behandlungsbedürftig lt. Hausarzt.
- Merkbar: gelegentlich eine gewisse Müdigkeit
- Merkbar: Zunahme der Brustgröße beidseitig: Morgens gelegentlich beim Aufstehen leichter Schmerz, "Ziehen", danach schmerzfrei (Gottseidank sind Nerven i.o.). Die "Zunahme der Brustgröße" kam für mich nicht unerwartet, laut Literatur sei die "Erfolgsquote" der Vorabbestrahlung nur um 60 %. Wobei aus der Literatur nur ein ja/nein zu entnehmen ist- man kann annehmen, daß es ohne Bestrahlung extremer geworden wäre.
- Auch wie erwartet: extreme Beeinträchtigung Libido/Potenz (d.h zusätzlich zum "altersbedingten" Abfall).
----------------------------------------------
Seit 2017: Teilnahme an Sport in einem Verein: Schwerpunkt Bewegung und Koordinierung ein/zweimal pro Woche.
----------------------------------------------

- Kontinienz ist erhalten. Problem: Geringe Haltemenge im Mittel von 150ml. (max. etwa 250 ml) Aus Erfahrung versuche ich bei Harndrang, baldmöglichst bzw. alle 3 Stunden zur Toilette zu kommen (das war aber auch schon vor der OP so). Falls nicht, passierte es, daß der "Öffnungsmechanismus" für eine gewisse Zeit quasi unliebsam beeinträchtigt zu sein schien, d.h. Schwierigkeiten beim Öffnen. (Dazu passt, das im "Beckenbodentraining" (in der Kur) mehrfach darauf hingewiesen wurde, daß man den Schließmuskel zwar trainieren, aber auf keinen Fall überlasten sollte)
---------------------------------------------------
- Juni 2017: Knochendichtemessung.
Positive Nachricht vom Orthopäden: Der Meßwert ("BMD"-Index) liegt altersentsprechend "Gut" d.h. im "blauen Bereich". Damit kann aus wenigstens aus dieser Sicht die antiandrogene Behandlung mit Bicalutamid weitergehen....
Gemessen wurde an den Rückenwirbeln L1 bis L4 und am rechten Femur (Oberschenkelhalsknochen). Interessante Empfehlung: "....30 Min Sonnenlichtexposition an Armen und Gesicht....alternativ Supplementierung (!) von 800- 2000 IE Vitamin D3 oral täglich..."

Resümè (Stand Oktober 2017): Positiv, da
...u.a. da Kurz/mittelfristige Zielsetzungen nach der 2015 erfolgten OP plus adjuvanter Bestrahlung wieder machbar bleiben ab Sommer 2016 Wochenendkurzurlaube (mit Autofahrten wieder selbst).
Und natürlich (da kam viel Gutes zusammen) im März/April 2017 (um Ostern herum) war erstmals wieder ein Langstreckenflug à 15 Stunden (!) via Singapore nach Indonesien (Maluku, ganz im Osten) auf einer der kleinen Inseln dort möglich: Besuch bei guten Freunden... Ein ganz besonderes Erlebnis war natürlich die Osterzeit dort und die Osterfeier in der Dorfkirche (Gereja Prostestan Maluku). Vier Wochen tropisches Klima um 30 C° und geschätzten 90 % Luftfeuchte, auf einer Insel ohne Klimaanlage (!). Alles gut vertragen. Vielleicht auch, weil dort einfach das landestypische (gesunde) Essen auf dem Tisch stand: Fisch in allen Variationen, Reis, Sago, Gemüse, dazu Papaya, Sirsak... - und alles ohne die hierzulande anzutreffenden Zusatz/Konservierungsstoffe....(mit einer Ausnahme: das in der chinesischen Küche verwendete Glutamat)
Das motiviert doch sehr für die kommende Zeiten....
----------------------------------------------------------------

Vorausssichtliche Dauer der Therapie mit Bicalutamid sei entsprechend Leitlinie-
lt. Info Urologe wenigstens 2 1/2 Jahre. "Durchhalten", d.h. ohne Unterbrechung.
So wie ich es verstanden habe, ist bei Gleason 9 plus pT3b und R1 eine erweiterte Therapie "für eine bessere Zukunft" unbedingt besser als eine Unterlassung.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
25.09.2017:
Aktueller PSA Wert: =< 0,014 ng/ml (dh. lt. Aussage Urologe im Meßfehlerbereich

Damit nächster vom Urologen vorgegebener Kontrolltermin: I. Quartal 2018.